© Klaus-Peter Kappest

Anleitung zum Glücklich sein: So kommen Sie in Flow

Ausgabe 158 – Mai/Juni 2011

Know How

Laut aktuellem Happy-Planet-Index sind wir Deutschen nur auf Platz 51 der glücklichsten Menschen. Geschlagen von Ländern, welche wirtschaftlich weit hinter Deutschland stehen, darunter Costa Rica, Jamaica oder Panama. Wie kann das sein? Haben wir Deutsche

Das Flow-Gefühl kultivieren

Dr. Wolfgang Feil (51), studierte Biologie, Sportwissenschaften und Innovationsmanagement in Tübingen, New York und Berlin und promovierte 1989 in Biologie. Er gilt als einer der führenden Nährstoffspezialisten und berät im Bereich Nährstoffmedizin s
Dr. Wolfgang Feil (51), studierte Biologie, Sportwissenschaften und Innovationsmanagement in Tübingen, New York und Berlinund promovierte 1989 in Biologie.

Flow-Gefühle stellen sich ein, wenn wir vollkommen zufrieden sind und aufgehen in der Tätigkeit, die wir gerade machen. Der Körper ist im Einklang mit der Seele und jeder Körperteil arbeitet in Harmonie mit dem anderen zusammen. Dieses Flow-Gefühl können wir selber hervorrufen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Endorphin-Produktion. Je mehr Endorphine unser Körper produziert, desto stärker und schneller tritt ein Flow-Gefühl ein. Endorphine sind körpereigene Morphine, die besonders in Glücks- und Stress-Momenten produziert werden. Sie docken an den gleichen Rezeptoren wie Opiate an und bewirken dadurch berauschende und euphorische Glücksgefühle.

Wenn wir scharfes Essen genießen, wird es uns warm und wir spüren ein leichtes Brennen im Hals, im Mund – oder sogar im ganzen Körper. Durch das scharfe Essen regen wir dieselben Rezeptoren wie bei schwerwiegendem Schmerz an – aber in verringertem Aussmaß. Deshalb gibt uns das scharfe Essen eher ein angenehm belebendes Gefühl, als dass es Schmerzen hervorruft.

Wie in allen Stress-Situationen reagiert der Organismus auf diese Stimulation und er beginnt Endorphine auszuschütten. Um diesen Effekt in der Praxis umzusetzen, empfehle ich, gezielt kleine Chilis nach der Mahlzeit zu schlucken: Schneiden Sie eine getrocknete oder frische Chili in 0,5 cm lange Stücke und schlucken Sie nach jeder Mahlzeit zwei bis vier Stück davon mit Wasser runter. Der Inhaltsstoff des Chilis, der die Endorphinproduktion verursacht, ist das Capsaicin.

Mit Tempotraining zum Flow

Eine andere Möglichkeit, vermehrt Endorphine zu produzieren, ist das Tempotraining. Besonders intensivere Einheiten bewirken ein wohliges Gefühl. Man ist im „Endorphin-High“, fühlt sich gut und ist zufrieden mit seinem Leben. Für viele ist Tempotraining wahrscheinlich noch ein Fremdwort. Beginnen Sie einfach, am Ende Ihrer Trainingseinheit fünf Steigerungsläufe zu machen. Ein Steigerungslauf ist ein kurzer Lauf über 50 bis 100 Meter. Man beginnt langsam und steigert seine Geschwindigkeit, bis man gegen Ende für knappe 20 Meter sprintet.

Wer schon eine Stufe weiter ist, kann auch Intervalltraining und Tempotraining einsetzen und sich buchstäblich in das so genannte „Runners-High“ laufen. Sie werden sehen, sobald Ihr Körper eine gewissen Grenze überschritten hat, werden Endorphine in Massen ausgeschüttet, und sie werden ein Gefühl des „Fliegens“ empfinden.

Sport hilft übrigens auch gegen Stress und Menschen mit niedrigem Stresslevel sind meistens auch glücklicher als diejenigen, die durchgehend in Hektik sind.

Glücklich mit Omega-3 Fettsäuren

Omega-3 Fettsäuren bringen gleich mehrere gesundheitliche Vorteile. Sie stärken das Immunsystem, schützen das Herz und helfen gegen Entzündungen. Neueste Studien belegen, dass Omega-3 Fettsäuren gegen Depressionen helfen und glücklich machen können. Deshalb lohnt es sich, mehr Omega-3 Fettsäuren zu sich nehmen. Mindestens zweimal pro Woche sollte Meeresfisch auf den Tisch kommen. Makrele und Hering sind am besten, da sie eine sehr hohe Menge Omega-3 Fettsäuren besitzen. Zusätzlich sollten Sie Omega-3 reiche Öle verwenden (Tabelle im Heft).


Weitere Infos: www.dr-feil.com



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist als Print­version vergriffen, unter www.united-kiosk.de aber komplett als epaper erhältlich.

Ausgabe 158

Mai/Juni 2011