© Klaus-Peter Kappest

Es war einmal: Zeitreise durch das Altmühltal

Ausgabe 158 – Mai/Juni 2011

Deutschland

Wer hat als Kind nicht die Märchen und Geschichten von Schlössern und Prinzessinnen, von Burgen und Rittern geliebt? Wer könnte sich dem Reiz eines tiefen Märchenwaldes oder einer wilden Klamm entziehen? Tauchen Sie ein in eine märchenhafte, geschichtsträ

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Der Naturpark Altmühltal ist ein wahres Kulturland. Wanderungen durch den Naturpark Altmühltal sind daher immer auch eine Reise in die Geschichte. Zweieinhalbtausend Jahre ist es her, dass die Kelten dem Fluss den wohlklingenden Namen Alcmona gaben, was so viel wie „heiliger, stiller Fluss“ bedeutet.

Jahrmillionen und das Wirken mächtiger Urkräfte waren nötig, um aus den Lagunen des Jurameeres diese Landschaft entstehen zu lassen. Beeindruckende Jurakalkfelsen, sanfte Flusswindungen und sonnige Hänge lassen diesen Landstrich so abwechslungsreich erscheinen.

Schlösser und Burgen, vor allem aus dem Mittelalter, sowie Kirchen und Klöster bezeugen eindrucksvoll den einstigen Ruhm der Kirchenfürsten und der Adelsgeschlechter. Schwierig ist für Fremde die Frage der regionalen Zugehörigkeit: Franken, Oberbayern, Oberpfalz oder Niederbayern? Alle Regionen treffen im Altmühltal aufeinander. Dietfurt und seine unmittelbare Umgebung sind oberpfälzisch. Von Riedenburg bis Kelheim durchfließt die Altmühl heute als Main-Donau-Kanal altes niederbayerisches Land.

Erlebnis Geschichte

Die Welt der Neandertaler und Kelten kann man im Altmühltal auf einer Zeitreise entdecken. Geschichte zum Hören und Staunen gibt es im Archäologiepark Altmühltal an 18 Stationen zwischen Kelheim und Dietfurt. Den größten frei zugänglichen Archäologiepark Deutschlands kann man jederzeit kostenlos besuchen. Spannende Fragen werden beantwortet. Wie erlegte der Eiszeit-Bewohner vor 50.000 Jahren ein Mammut? Wie lebten die Siedler der Jungsteinzeit im Tal der Altmühl?

Die 40 km lange Rad- oder Wanderroute kann in beliebig viele Etappen unterteilt werden. Sie führt vorbei an einem steinzeitlichen Rastplatz, einer Siedlung der Eisenzeit sowie einem Keltendorf. Damit man erst gar nicht lange lesen muss, bedient man sich der Audio-Guide-Säulen: Packende Erzählungen des Schriftstellers E. W. Heine entführen die Besucher direkt in den Alltag der Menschen, die hier einst lebten.

Zu Wasser und zu Land

Die Altmühl entspringt bei Rothenburg ob der Tauber und führt bis Töging bei Dietfurt/Opf, wo sie in den Main-Donau-Kanal mündet. Der erste Versuch, eine schiffbare Verbindung zwischen Nordsee und Schwarzem Meer herzustellen, ist schon mehr als 1.200 Jahre her. 1825 begann der zweite, erfolgreiche Versuch, dessen Ergebnis der Ludwig-Donau-Main-Kanal war.

Der Nachfolger des Ludwig-Donau-Main-Kanals ist der Main-Donau-Kanal – auch Europakanal genannt. Er führt von Bamberg bis Kelheim. Heute verkehren viele Frachtschiffe auf dem Kanal.

Zu den kulturellen Highlights im Unteren Altmühltal fahren im Sommer auch Linien- und Ausflugsschiffe. Aber auch an Land gibt es wunderschöne Wege. Die meisten verbinden das Altmühltal unweigerlich mit dem Radfahren. Ganz besonders bekannt ist der Altmühltalradweg, der neben dem Donauradweg sicher zu den beliebtesten Fernradwegen in Süddeutschland zählt. Aber es gibt noch andere Wege ...

Wanderwege im Altmühltal

Das Schöne am Wandern im Altmühltal ist, dass Wanderer und Radfahrer sich nicht in die Quere kommen, denn jede Gruppe hat ihr eigenes Revier. Spätestens seit der Eröffnung des Altmühltal-Panoramaweges, einer der Top Trails of Germany, verbindet man das Altmühltal auch mit dem Wandern. Als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ führt der Altmühltal-Panoramaweg ca. 200 km entlang der Altmühl von Gunzenhausen im Landkreis Weißenburg bis nach Kelheim. Auf so genannten Schlaufenwegen, meist Rundwege und als Tagestouren angelegt, kann man abseits der Hauptroute viele weitere Schätze zu Fuß erkunden.

Wir stellen zwei wunderschöne Abschnitte von Riedenburg nach Essing und von Essing nach Kelheim ausführlich vor. Beide Etappen können auch als sportliche 24 km Strecke an einem Tag gegangen werden.

Dieser Abschnitt des Altmühltal-Panoramaweges ist gesäumt von Burgen und Schlössern und lässt so manchen Kindheitstraum wieder erwachen. Beflügelt durch die Gedanken an Ritter und Burgfräulein werden die Höhenmeter hinauf auf die meist wie Adlerhorste am Jurafels klebende mittelalterlichen Bauwerke ganz locker bewältigt. Besonders beeindruckend ist die Rückreise per Linienschiff (Mitte April-Mitte Oktober) zum Ausgangspunkt – so kann man den zurückgelegten Weg ganz genüsslich nochmal „von unten“ Revue passieren lassen. ...


Weitere Infos: www.naturpark-altmuehltal.de, www.riedenburg.de


Weitere Reportagen zum Thema Burgen und Schlösser in diesem Heft:



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