© Klaus-Peter Kappest

Tandem: Doppelte Kraft, doppelter Spaß

Ausgabe 158 – Mai/Juni 2011

Know How

Fahrrad gefahren ist fast jeder schon mal. Aber sind Sie auch schon mal Tandem gefahren? Nein? Dann sollten Sie das unbedingt nachholen. Kaum ein Gefährt ist faszinierender und sorgt für mehr Aufmerksamkeit auf der Straße als das „Fahrrad im Doppelpack“.

Radfahren zu zweit macht erst mit einem Tandem so richtig viel Spaß – davon sind begeisterte Tandemfahrer fest überzeugt. Das Rad für zwei wirkt wunderbar verbindend, motivierend und macht riesigen Spaß. Wer es versucht, wird gleich merken, wie schön Radfahren eigentlich sein kann. Am Anfang ist zwar ein wenig Übung erforderlich, aber im Prinzip ist Tandemfahren gar nicht viel anders als Fahrradfahren.

Gemeinsam ans Ziel

Tandemfahren für Fortgeschrittene: über Stock und Stein. Foto: Kurt Resch/ www.steineggerhof.com
Tandemfahren für Fortgeschrit-tene: über Stock und Stein

Die Mehrzahl der Tandemfahrer besteht aus gemischten Paaren. Zum einen liegt das vielleicht daran, dass Tandems tolle Räder für Verliebte sind: Man ist dem Partner sehr nah und lernt, ihm absolut zu vertrauen. Ein weiterer Grund ist, dass auf einem Tandem zwei sehr unterschiedlich starke Fahrer wunderbar zusammenfahren können. Denn ein Tandemteam ist immer genauso schnell wie der stärkere Fahrer solo.

Bei gemütlicher Fahrweise wird die Anstrengung auf beide Fahrer verteilt; zeitweise kann sich auch ein Fahrer erholen und in gemütlicherem Tempo strampeln – perfekt für lange Fahrten. Wer von Fahrradtouren das Problem kennt, dass einer immer hinterherhetzt, während der andere stets warten muss, für den ist ein Tandem die perfekte Lösung. Beide Fahrer kommen immer gleichzeitig am Ziel an.

Captain und Stoker

Mit gemeinsamer Kraft den Gipfel erreichen – das verbindet ungemein. Foto: Kurt Resch/ www.steineggerhof.com
Mit gemeinsamer Kraft den Gipfel erreichen – das verbindetungemein

Der vordere Fahrer heißt Captain, der hintere Stoker. Wie man sich denken kann, hat der Captain die Verantwortung. Er muss lenken, Autos, Tieren und anderen Hindernissen ausweichen, Schlaglöcher umfahren und, falls er doch nicht mehr ausweichen kann, dies dem Stoker zurufen. Ja, in die Pedale treten muss er natürlich auch.

Der Stoker ist dem Namen nach zum Heizen da. Er soll also möglichst viel Vortrieb geben. Darüber hinaus hat er keine Aufgaben. Er kann sich umschauen, Karten lesen, Fotos machen oder den Captain knuffen, falls dieser ein Schlagloch nicht angekündigt hat. Zunächst ist die Vorstellung, als Stoker dem Captain während der ganzen Fahrt auf den Rücken zu schauen, nicht verlockend. Dafür müssen Sie aber, wenn Sie hinten sitzen, längst nicht so aufmerksam sein. Zumindest nicht, was den Verkehr angeht. Sie können voll und ganz die Natur genießen, wie Sie es alleine auf einem Fahrrad nicht könnten. Sie werden erstaunt sein, wie viel mehr Sie hören und sehen.



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Ausgabe 158

Mai/Juni 2011