© Klaus-Peter Kappest

Zeitreise: Der Hegau und seine Burgen

Ausgabe 158 – Mai/Juni 2011

Deutschland

Zwischen Bodensee, Schwarzwald, den südlichen Ausläufern der Schwäbischen Alb und dem Vorgebirge der Schweizer Alpen erheben sich die von Burgruinen gekrönten Hegauvulkane aus dem umliegenden Hügelland. Mit ihren markanten Vulkankegeln geben sie der Regio

Land aus Feuer und Stein

Vor etwa 14 Millionen Jahren bildeten sich am Schnittpunkt zweier geologischer Störungslinien im Bereich des Oberrheingrabens rund ein Dutzend aktiver Vulkane. Deren längst erloschene Phonolit- und Basaltkegel, die zwischen 643 m und 867 m hoch aus dem rund 400 m hohen Umland aufragen, prägen bis heute das einmalige Landschaftsbild.

Die Vulkanberge erheben sich über eine Region, die Besiedlungsfunde aus der Alt- und Jungsteinzeit, aus Bronze-, Kelten-, Römer- und Alemannenzeit birgt. Schon zur Römerzeit führten wichtige Straßen durch den Hegau, seit dem Mittelalter kreuzen sich hier Handelswege nach der Schweiz, Italien und Frankreich. Im Archäologischen Hegaumuseum in Singen ist die Geschichte der Region anschaulich dokumentiert.

Unterirdisches Geheimnis

Lebensader des Hegaus ist das Flüsschen Hegauer Aach, gespeist durch die größte Quelle Deutschlands. Im Aachtopf beim gleichnamigen Städtchen sprudelt das Wasser aus einem unterirdischen Karsthöhlensystem nach oben in den Quelltopf – bis zu 24.000 Liter sind es pro Sekunde. Woher die großen Wassermengen stammen, war lange Zeit ein Rätsel. Diesem Phänomen  kam man erst vor gut 100 Jahren auf die Spur. Denn 12 km nordwestlich des Aachtopfs versickert die Donau an ca. 130 Tagen im Jahr gänzlich im Boden.

Um herauszufinden, wohin die junge Donau verschwindet, wurden in Immendingen große Mengen Salz in den Fluss gekippt. Gut anderthalb Tage später schmeckte das Wasser im Aachtopf extrem salzig: Das Geheimnis um die versickernde Donau war gelöst.

Ritterburgen und Märchenschlösser

Die neun markantesten Hegauberge haben oder hatten allesamt eine Burgruine auf ihrem Gipfel. Der mächtige Hohentwiel, mit 686 m Höhe das Wahrzeichen der Stadt Singen, war mit einem Areal von fast 10 ha die größte und wichtigste unter ihnen. Die ehemalige Raubritterburg Hohenkrähen liegt direkt gegenüber und die benachbarte Ruine der Burg Mägdeberg ist zu Fuß in einer Stunde erreicht. Von den Burgen Rosenegg und Staufen ist heute nichts mehr zu sehen.

Im Westen des Hegaus liegen Hohenstoffeln, Hohenhewen, Neuhewen, Höwenegg und Wartenberg. An jedem der lohnenswerten Wanderziele finden Besucher eine Tafel vor, auf der ausführliche Informationen, historische Abbildungen sowie Grundriss- und Rekonstruktionszeichnungen abgebildet sind. Selbst längst zerstörte Burgen und verfallene Gemäuer erwachen so – wenn auch nur in der Phantasie des Betrachters – zu neuem Leben. ...


Weitere Infos: www.hegau.de


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Ausgabe 158

Mai/Juni 2011