© Klaus-Peter Kappest

Der Natursteig Sieg: An den Ufern des schnellen Flusses

Ausgabe 159 – Juli/August 2011

Deutschland

Das Tal der Sieg im südlichen Nordrhein-Westfalen war bisher vor allem für den Siegtal-Radweg bekannt. Jetzt ist der abwechslungsreiche Landstrich um ein Wanderhighlight reicher: Von Siegburg bis Windeck schlängelt sich der Natursteig Sieg auf rund 100 Ki

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Das romantische Tal der Sieg steht im Gegensatz zum urbanen Flair entlang des Rheines. Stille, fast urwaldartige Abschnitte und kleinteilige Naturräume machen das Wandern zum puren Vergnügen. Der Natursteig Sieg verknüpft die natürlichen Schätze der Region mit der reichhaltigen Kultur und Geschichte des Siegtales: Beschauliche Dörfer und historische Ortschaften – geschmückt mit geschichtsträchtigen Kirchen, Burgen und Fachwerkhäusern – gehen hier eine perfekte Symbiose mit der umliegenden Natur ein. Mehrere Museen und nicht zuletzt die ein oder andere urige Einkehrmöglichkeit geben der Kulturnote des Natursteigs Sieg den letzten Schliff.

Wilde Wasser und alte Gemäuer

Der Flussname „Sieg” ist nicht im kämpferischen Kontext zu sehen, sondern leitet sich vom keltischen Wort „Sikkere“ ab, was so viel bedeutet wie „schneller Fluss“. Im Herbst und Frühling ist das gut nachvollziehbar, dann bezaubert die Sieg mit schäumenden Kapriolen und über Steine rauschenden, kleinen Wellen.

An diesem Hochsommertag liegt sie romantisch und still, fast träge in ihrem Bett aus Steinen und Moos. Würdevoll thront das mächtige Benediktinerkloster Michaelsberg auf dem gleichnamigen Bergkegel hoch über dem Fluss und der Stadt Siegburg. Von allen Seiten weit sichtbar, grüßt das altehrwürdige Gemäuer die ankommenden Besucher und markiert sogleich den Beginn des romantischen Siegtales sowie des Natursteigs Sieg.

Auch wenn der offizielle Startpunkt des Weges noch rund zwei Kilometer entfernt liegt, so gestaltet sich der Besuch des Klosters als beeindruckender Wanderauftakt. Vom knapp 120 Meter hohen Bergkegel schweift der Blick weit über die Stadt und hinein in das Siegtal zu den kommenden Etappen des Weges.

Herrliche Aussichten

Bei einer Entdeckungstour durch das Siegtal werden Wanderer an vielen Stellen mit grandiosen Ausblicken belohnt. Über Weiden und Felder, durch Wälder und Haine schlängelt sich der Steig auf meist schmalen, naturbelassenen Pfaden aus dem Tal der Sieg hinauf in die umliegenden Berge und auf Höhenzüge mit erhabenen Panoramen. Krönender Höhepunkt dürfte dabei der Aufstieg auf den Stachelberg sein – der Ausblick vom „Gipfel“ ins Siegtal präsentiert sich konkurrenzlos.

Landschaft im Wechsel

Die vielen Kontraste sind es, die den Natursteig so besonders machen. Entlang der mäandernden Sieg windet sich der Natursteig mal durch romantische Flussauen, mal steil durch Bergwälder, um dann wieder mit historischen Bauwerken zu überraschen. Eine solche Überraschung lässt bereits auf der ersten Etappe nicht lange auf sich warten.

Ein Ensemble mittelalterlicher Gebäude gruppiert sich am Kloster Seligenthal um eine parkähnliche Anlage. Neben dem ehemaligen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Kloster – heute befindet sich hier ein Hotel – zieht die Klosterkirche die Blicke auf sich. Sie wurde als erstes Gotteshaus nördlich der Alpen dem heiligen Franziskus geweiht. Zur angrenzenden Rochuskapelle führt auch heute noch einmal jährlich eine Wallfahrt.


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Weitere Infos:  www.natursteig-sieg.de



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Ausgabe 159

Juli/August 2011