© Klaus-Peter Kappest

Jeux sans frontières: Velo visavis – die neue Radrunde zwischen Saarland und Lothringen

Ausgabe 159 – Juli/August 2011

Deutschland

Eine wunderbare Geschichte grenzenlosen Radvergnügens erzählt die rund 330 km lange Radrunde durch die Region SaarMoselle. Es ist ein grenzüberschreitendes Projekt ohne jeden Schlagbaum und mit vielen spannenden Überraschungen.

Link-Tipp

Hier geht's zum Beitrag im blätterbaren Flashmagazin WM-Live 159

Radwandern liegt im Trend. Europa liegt im Trend. Für die gewachsene Nachfrage nach interessanten Radstrecken bietet Velo visavis eine passende und vor allen Dingen spannende Antwort. Dem Schengener Europaschwur der Grenzen ohne Schranken entspricht das Radvergnügen obendrein. Es gibt keinen einzigen Schlagbaum.

Einstieg? Egal!

Es ist das Privileg eines Rundkurses, dass der Startpunkt im Prinzip überall entlang der Route liegen kann. Für Tagestourenfahrer kann es von Vorteil sein, wenn Start- und Zielpunkt an Bus und Bahn angeschlossen sind. Bahnanschluss besteht z.B. in  St. Ingbert, Blieskastel (OT Lautzkirchen), Sarreguemines (F), Forbach (F), Völklingen, Riegelsberg (S-Bahn), Eppelborn und Friedrichsthal. Einerseits kann man zu diesen Orten staufrei anreisen und eine Etappe radeln, andererseits per Bahn gleich nach Hause fahren.

Die Passage von Sarreguemines bis Sarralbe, zum Niederknien schön für Familienradler, könnte man so gestalten: Hbf Saarbrücken bis Sarralbe, mit der Bahn und dann gemütlich die erfrischend flachen 20 km bis Sarreguemines radeln. St. Ingbert bis Blieskastel wäre eine spannende Alternative für Tagestourenradler. Wer zwei Tage Zeit mitbringt, steigt in St. Ingbert ein und fährt bis Sarreguemines bzw. Sarralbe.

Es gibt sogar eine Querspange zwischen Sarrealbe und Forbach. Da hier die Radrunde noch nicht wirklich geschlossen wurde (das kurze Stück von Hoste bis Tenteling ist noch provisorisch und nicht markiert), könnte man die Passage als Genussradler mit der Bahn überspringen. Von Völklingen mit dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte bis Forbach radeln und von Forbach mit der Bahn nach Saarbrücken zurück. Kein Problem.

Das gilt auch für Radler, die den Abschnitt durch den „Urwald  vor den Toren der Stadt“ meistern möchten. Rein in die S-Bahn in Saarbrücken bis Riegelsberg. In Eppelborn oder Friedrichsthal besteht dann wieder Bahnanschluss. Dazwischen wartet ein anspruchsvolles Relief auf alle Radentdecker.

Gemächlich, genussvoll, fordernd

Von St. Ingbert durch das Rohrbach-, Frohn- und Geißbachtal und über den Würzbacher Weiher ins Bliestal nach Blieskastel ist Velo visavis Genussradeln pur. Es folgt, nach empfehlenswerter Rast in der gemütlichen Altstadt, eine Panoramatour über die Bliesgauhöhen mit wundervollen Streuobstwiesen und heckengesäumten Waldrändern. Die Feld- und Waldwege sind gut befahrbar.

Von Rheinheim (sehenswert ist das Grab der Keltenfürstin) bis Bliesbruck rollt man auf einer alten Bahntrasse. Bonjour France! Rasch gelangt man auf städtischen Straßen ins Herz von Sarreguemines. Als Etappenort mit vielen Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten ist das Städtchen (zu deutsch Saargemünd), wo die Blies in die Saar mündet, sehr geeignet. Früher lebte der Ort von der Keramikproduktion. Die ehemalige Steingutmanufaktur ist zu besichtigen.

Nun gestaltet die Saar die Radlerkulisse. 22 km topfebene und perfekt präparierte Radstrecke am künstlichen Saarkanal, die naturbelassene Saar direkt daneben, folgen nun. Es gibt einige Schleusen, schreckhafte Graureiher, kleine Weiler und viel Natur zu sehen. In Sarralbe (Bahnanschluss), sehenswert sind das Museum „Heimat von Alba“, das Stadttor und die Kirche St. Martin, ändert sich die Landschaft und die neue Route verlässt die Saar. Erst übernimmt die Albe, dann der Moderbach die Rolle als Wegbegleiter. Ab Holving folgt die wunderbare Lothringer Seenplatte. Durch Stauung der Quellflüsse des Moderbaches entstand eine faszinierende Seen- und Teichplatte.

Drumherum ein waldreicher Hügelteppich. Mitten hindurch tanzt die Route auf verkehrsfreien Wirtschaftswegen durch zauberhafte Landschaft. Von Tenteling über Farébersviller nach Béning-lès-St.-Avold erfolgt die allmähliche Annäherung an den Warndt, einem riesigen Waldgebiet an der saarländisch-lothringischen Grenze. Bevor man nach Rosbruck, bei Emmersweiler, wieder saarländischen Boden betritt, lohnt ein Abstecher zum Bergbaumuseum „La Mine“ mit Museumsbahn im nahen Ortsteil Petite Rosselle bei Forbach. Die Durchquerung des Warndt von Emmersweiler und weiter nach Karlsbrunn bietet entpsanntes Waldradeln pur. Schöne Wege, sehenswerte Natur.


Weitere Infos: www.saarbruecken.de, www.saarpfalz-kreis.de


Weitere Beiträge zum Thema SaarLorLux in diesem Heft:



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist als Print­version vergriffen, unter www.united-kiosk.de aber komplett als epaper erhältlich.

Ausgabe 159

Juli/August 2011