© Klaus-Peter Kappest

Die Rocamadour-Route: Auf dem Jakobsweg durchs Limousin

Ausgabe 160 – September/Oktober 2011

Frankreich

Viele Wege führen nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus, zu dem ab Mitte des 9. Jh. Pilger aus ganz Europa strömten. Mussten sie einst mühsam ihre Route suchen, so marschieren heute Menschen aller Religionen, sozialer Schichten und aus

Likör vor dem Abmarsch

Muntere Gänseschar  in Collonges. Foto: Monika Kleppinger
 Muntere Gänseschar in Collonges

Ausgangspunkt der Rocamadour-Route ist die, bis ins 11. Jh. zurückgehende, Abtei von Bénévent-l‘Abbaye. Der Ort verdankt seinen Namen den, aus dem italienischen Benevento herbeigeschafften, Reliquien des Heiligen Bartholomäus. Unter dem Eingangsportal der Kirche im romanischen Stil des Limousin mögen schon viele Pilger Schutz gesucht haben. In Bénévent werden noch immer Schindeln aus Kastanienholz hergestellt, mit denen der Glockenturm gedeckt ist. Im Ort erklärt eine Ausstellung mit szenischen Darstellungen die Geschichte einer Bäuerin und endet mit der Kostprobe des Klosterlikörs „Bénéventine“, dem sicher so mancher Pilger zugesprochen hat. Rund um Bénévent erstreckt sich eine liebliche Heckenlandschaft, in der es sich locker marschieren lässt. Mal sehen, wie weit die Füße in den folgenden Tagen tragen.

Seltsamer Heiliger

Alte Brücke über die Corrèze. Foto: Monika Kleppinger
Alte Brücke über die Corrèze

Die Muschel der neuen Beschilderung weist den Weg, der hier mit der Jakobsroute, Via Lemovicensis, identisch ist. Auf der weiteren Strecke über einen bewaldeten Hügel bis St. Goussaud liegen mit Moos überzogene Granitblöcke zwischen den Bäumen. In dem Gebiet siedelte der keltische Stamm der Lemovicer, die Überreste eines Jupiter-Tempels verweisen auf die Römer. In St. Goussaud heißt eine der mysteriösen Totenlaternen  Wanderer willkommen. In diesen steinernen Laternen wurden an Allerheiligen und am Karfreitag Kerzen entzündet. Wer im gleichen Jahr noch Hochzeit feiern will, sollte einem Brauch zufolge dem ochsenfüßigen Dorfheiligen Gonsaldus in der Kirche eine Nadel in die Hufe stechen. Ich ziehe es vor, unverrichteter Dinge meinen Weg fortzusetzen. ...



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist als Print­version vergriffen, unter www.united-kiosk.de aber komplett als epaper erhältlich.

Ausgabe 160

September/Oktober 2011