© Klaus-Peter Kappest

Sternzeichen Jungfrau: Wandern im Schatten von Eiger, Mönch und Jungfrau

Ausgabe 160 – September/Oktober 2011

Schweiz

Am 3. August 1811 sorgte die Erstbesteigung der Jungfrau als erster Viertausender der Schweiz für Aufsehen. Damals war die Gigantenkette südlich von Brienzer See und Thuner See im heutigen UNESCO-Gebiet den wagemutigen Abenteurern vorbehalten, heute sind

Link-Tipp

Hier geht's zum Beitrag im blätterbaren Flashmagazin WM-Live 160

Bis ins 18. Jh. flößten die schnee- und gletscherbedeckten Berggipfel der Alpen den Menschen Furcht ein und wer konnte, mied die Berge. Erst als in der zweiten Hälfte des 18. Jh. berühmte Wissenschafter, Künstler, Musiker und Literaten die Alpen erkundeten, wurde aus der Furcht eine Ehrfurcht und Faszination. Gerade das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau, die vielen Wasserfälle des Lauterbrunnentals und die beiden Grindelwaldgletscher ziehen Entdecker magisch an.

Die „First Lady“ der Schweiz

Am 3. August 1811 bestiegen Hieronymus und Rudolf Meyer junior, Söhne des wohlhabenden Schweizer Seidenfabrikanten Rudolf Meyer aus Aarau, gemeinsam mit zwei Gämsjägern aus dem Wallis die 4.158 m hohe Jungfrau. Die Jungfrau war der erste Viertausender der Schweiz, der bestiegen wurde. Warum? Vielleicht gaben die Schweizer Gentlemen der „First Lady“ den Vorzug! Was ein Teil der großen Erkundungstour des heutigen UNESCO-Welterbegebietes Jungfrau-Aletsch ist, musste im Sommer 1812 übrigens wiederholt werden. Niemand glaubte den Gebrüdern Meyer, da die auf der Jungfrau gehisste Fahne vom Tal aus nicht zu sehen war. Konsequent, wie Burschen damals waren, Im Folgejahr wiederholte ein Sohn von Rudolf Meyer junior die Besteigung gemeinsam mit denselben Gämsjägern aus dem Wallis, die Gebrüder Meyer (Erstbesteiger von 1811) blieben am Fusse der Jungfrau zurück und warteten auf den Bruder. Der positionierte die Fahne nun so, dass sie auch aus den Tälern sichtbar war. Geschichten sind das!

Jungfrau-Bergarena für alle erlebbar

Was vor zwei Jahrhunderten nur Wagemutigen vorbehalten war, kann heute dank Bergbahnen, Wander- und Bikewegen für vielfältige Bergerlebnisse genutzt werden. Die Angst vor den Riesen aus Eis ist der Faszination Berg gewichen. Eine Fahrt auf das Jungfraujoch, der höchsten Bahnstation Europas auf 3.453 m über Meer, entführt Reisende in eine atemberaubende Welt aus ewigem Eis und Schnee. Im Sommer 2012 wird die Jungfraubahn übrigens 100-jährig. Eine einfache Wanderung im ewigen Schnee und Eis führt vom Jungfraujoch über einen markierten und gesicherten Gletscherpfad in weniger als einer Stunde zur Mönchsjochhütte. Von hier brechen Bergsteiger gerne zu ihren Gipfeltouren auf Mönch, Jungfrau u.a. Gipfel auf. Den schönsten Blick auf das Dreigestirn von Eiger, Mönch und Jungfrau bietet das knapp 3.000 m hohe Schilthorn auf der gegenüberliegenden Talseite oberhalb des idyllisch gelegenen Bergdorfs Mürren. Unbekannte und eindrucksvolle Wanderwege sind im nördlich des Schilthorn gelegenen Soustal und rund um die Lobhörner zu finden. Tief unten im Lauterbrunnental sind die spektakulären Trümmelbachfälle seit rund 100 Jahren für Besucher zugänglich. Hier donnern bis zu 20.000 Liter Wasser pro Sekunde ins „Tal der 72 Wasserfälle“. ...


Infos zur Region: www.myjungfrau.ch


Mit ausführlichem Tourentipp:

Über den Jungfraubalkon – Von der Schynige Platte zur First



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Ausgabe ist als Print­version vergriffen, unter www.united-kiosk.de aber komplett als epaper erhältlich.

Ausgabe 160

September/Oktober 2011