© Klaus-Peter Kappest

Wasser, Wald und Weite: Der Möhnesee

Ausgabe 160 – September/Oktober 2011

Deutschland

Dunkelblau glitzernd liegt der See in der Abendsonne. Ein paar Segelboote gleiten noch über die spiegelglatte Wasserfläche wie weiße Punkte im frischen Wind. Jetzt sind nur noch wenige Radfahrer und Spaziergänger unterwegs, die meisten genießen ein gutes

Auf Tuchfühlung mit der Natur. Foto: Claudia Humpert
 Auf Tuchfühlung mit der Natur

Am Nordrand des Sauerlandes, wo der Naturpark Arnsberger Wald auf die fruchtbaren Weiten der Soester Börde trifft, liegt der Möhnesee, eingebettet in eine hügelige Landschaft aus Wäldern, Wiesen und Feldern. Verstreut in den grünen Weiten zeugen malerische Dörfer mit Fachwerkfassaden und alten Kirchen von der langjährigen Geschichte der Region. Ob Seeumrundung oder Streifzüge in die umliegenden Hügel – die zahlreichen Wanderwege, die größtenteils vom Sauerländischen Gebirgsverein betreut werden, bieten viel Abwechslung. Sie führen direkt am See entlang, ins waldreiche Sauerland oder über den Haarstrang, der herrliche Ausblicke in alle Himmelsrichtungen bietet. Seit Beginn der Wandersaison 2008 kreuzt ein Fernwanderweg die Möhnesee-Region, der auf faszinierende Weise Natur, Kultur und Romantik verbindet. Mystisch und immer ein wenig anders, so erleben Wanderer die 240 km lange Sauerland-Waldroute. Zusätzliche Rundwanderwege führen zu geheimnisvollen Orten, herrlichen Aussichtspunkten und beeindruckenden Naturdenkmälern.

Aussichten und Vogelzug

Der Möhnesee ist die größte Talsperre des Sauerlandes. Foto: Touristik Möhnesee, Franz Reichenberger
Der Möhnesee ist die größte Talsperre des Sauerlandes
Traumhaftes Seepanorama. Foto: Mario Kraft
Traumhaftes Seepanorama
Die Kanzelbrücke wurde bereits 1912 erbaut und überspannt den Zufluss der Möhne am Wameler Vorbecken. Foto: Mario Kraft
Die Kanzelbrücke wurde bereits1912 erbaut und überspannt denZufluss der Möhne am WamelerVorbecken

Besonders beliebt bei Wanderern ist auch der Arnsberger Wald, der zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten in Deutschland zählt und sich vom Südufer des Möhnesees bis weit ins Hochsauerland erstreckt. In den insgesamt vier Naturschutzgebieten der Region lassen sich die Lebensräume Wald und Wasser hautnah erleben: Hevearm und Hevesee sind Heimat vieler Wasservögel und zudem Durchzugs- und Winterquartier für jährlich zwischen 5.000 und 10.000 Zugvögel. Entlang der „Naturpromenade“ an der Hevehalbinsel kann man Interessantes über das Schutzgebiet erfahren. Der Erlenbruchwald der Möhneaue bei Völlinghausen ist Lebensraum einer Vielzahl von Fledermäusen und Wasservögeln. Häufig läßt sich hier sogar der schillernde Eisvogel beobachten.

Im Waldreservat Breitenbruch/Neuhaus kann man sehen, wie der Arnsberger Wald in seiner ursprünglichen Form aussah, bevor man vor knapp 200 Jahren begann, Fichten als „Brotbaum des Sauerlandes“ zu pflanzen. Besonderheiten des Naturschutzgebietes Büecke und Hiddingser Schledde sind das Magergrünland mit vielen Kleingewässern sowie Laubwälder und Hecken als Lebensraum von Amphibien, Reptilien und Vögeln. Nördlich des „Westfälischen Meeres“, wie der Möhnesee auch genannt wird, sieht die Landschaft ganz anders aus: der mächtige, von der vorletzten Eiszeit aufgeworfene Höhenrücken des Haarstrangs grenzt die waldreichen Hügel des Sauerlandes gegen die weite fruchtbare Ebene der Soester Börde ab.

Vom Bismarckturm bei Wippringsen lässt sich der Kontrast besonders gut überblicken. Bei entsprechenden Sichtverhältnissen kann man bis tief in die Westfälische Bucht blicken: im Nordosten bis zum Teutoburger Wald, im Norden bis zu den Beckumer Bergen, im Nordwesten bis zu den Kraftwerken bei Hamm. Entlang der Haar nach Westen kann man bei gutem Wetter den ca. 60 km entfernten Dortmunder Fernsehturm erkennen, der Blick nach Süden hingegen reicht tief ins Sauerland hinein.

Von der Eiszeit in die Neuzeit

om Bismarckturm am Haarweg kann man weite Ausblicke über den Möhnesee auf den Arnsberger Wald im Süden und über die Soester Börde und die Münsterländer Bucht bis zum Teutoburger Wald im Norden genießen. Foto: Claudia Humpert
om Bismarckturm am Haarweg kann man weite Ausblicke über den Möhnesee auf den Arnsber-ger Wald im Süden und über die Soester Börde und die Münster-länder Bucht bis zum Teutobur-ger Wald im Norden genießen.

Die Staumauer des Möhnesees ragt gewaltig als steinerndes Monument 40 Meter hoch in den Himmel. Im trüben Herbstwetter sieht sie aus wie eine trutzige Festung aus dem Mittelalter. Doch das imposante Bauwerk ist weit jüngeren Datums – die Mauer wurde in der Zeit von 1908-1913 mit Bruchsteinen erbaut und ist heute ein technisches Baudenkmal. Mit seiner beachtlichen Ausdehnung von über 10 km² Wasserfläche ist der Möhnesee nach der Biggetalsperre die größte Talsperre im Sauerland. Traurige Berühmtheit erlangte sie durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg: In der Nacht zum 17. Mai 1943 flog die Royal Air Force einen Angriff auf mehrere Talsperren, u.a. gegen die Möhnestaumauer. ...

Infos zur Region: www.moehnesee.de


Mit zwei ausführlichen Tourentipps:

  • Die Staumauer-Runde: Vom Möhnesee zur Klosterruine
  • Die Holzfäller-Runde: Von Holzfällern, von Schwänen und der Stille des Waldes...


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Ausgabe 160

September/Oktober 2011