© Klaus-Peter Kappest

Zauberhafte Dolomiten: Welschnofen-Karersee

Ausgabe 160 – September/Oktober 2011

Italien

Eben noch dominieren sanft gewellte Almwiesen das Bild, plötzlich ragen steile, bizarre Felsriffe hunderte von Metern hoch in den Himmel – die Dolomiten sind eine Wanderregion der Kontraste – weiß und bizarr in der Form und reich an Fossilien. Für Geologe

Die Region Welschnofen-Karersee lockt mit aussichtsreichen Wandertouren. Foto: Tourismusverband Welschnofen-Karersee
Die Region Welschnofen-Karer-see lockt mit aussichtsreichen Wandertouren

Nur wenige Kilometer östlich von Bozen liegt die Gemeinde Welschnofen-Karersee im Naturpark Schlern-Rosengarten-Latemar mit dem Bergmassiv Schlern, dem Tschamin-Tal und dem Rosengarten. Das Landschaftsschutzgebiet Seiser Alm, als größte Hochalm Europas bekannt, sowie der Völser Weiher liegen in unmittelbarer Nähe. Bis auf über 3.000 m Höhe erheben sich die Dolomitengipfel in dieser nördlichsten Provinz Italiens. Als die Dolomiten noch nicht unter ihrem heutigen Namen bekannt waren, nannten die Menschen sie aufgrund ihrer hellen Farbe „bleiche Berge“. 2009 wurden sie wegen ihrer einzigartigen Schönheit von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt – doch als Wanderregion sind sie schon viel länger bekannt und beliebt. Wanderer und Forscher haben das geologische Bilderbuch der Region geschrieben: Turboschnecken, Spuren eines Dinosauriers, einmalig in Stein „gemeißelte“ Vorfahren von Schlangen und Echsen erzählen aus der Genesis der Dolomiten. 1788/1789 reiste der Forscher und Geologe Déodat Gratet de Dolomieu von Innsbruck aus über den Brenner nach Tirol, in eben jene Region, von der Goethe einst sagte, sie „zu umreisen wäre eine hübsche Aufgabe für einen jungen Mineralogen“.

Glasklar und türkis – traumhafter Blick auf den Karersee. Foto: Tourismusverband Welschnofen-Karersee
Glasklar und türkis – traumhafterBlick auf den Karersee

Auf dieser Reise entdeckte er das bis dahin unbekannte, weiße, magnesiumhaltige Kalkgestein, das nach seinem Namen „Dolomit” genannt wurde und später der ganzen Gebirgsregion ihren Namen gab. Weniger wissenschaftlich, dafür viel zauberhafter, ist die Entstehungsgeschichte des Rosengartens in der Mythologie. Der Sage nach verfluchte der Zwergenkönig Laurin im verlorenen Kampf um die schöne Prinzessin Smilde den Rosengarten seines Reiches. Niemand sonst sollte sich an seiner Schönheit ergötzen können, weder der helle Tag noch die finstere Nacht sollten die Rosenpracht je wiedersehen, nur bleiche Felsen sollten bleiben. Doch Laurin hatte vergessen, auch die Dämmerung zwischen Tag und Nacht in seinen Bann einzubeziehen. Seitdem glüht der Rosengarten in der Abendsonne. „Enrosadira”, so nennen die Ladiner die märchenhafte Rotfärbung der Dolomiten bei Sonnenuntergang und wollen von physikalischen Ursachen nichts wissen. ...


Mit Tourentipp: Rosengartenumrundung


Infos zur Region: www.welschnofen.com


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Ausgabe 160

September/Oktober 2011