© Klaus-Peter Kappest

Nordzypern: Wanderinsel für Entdecker

Ausgabe 161 – November/Dezember 2011

Zypern

Ein kräftiger Wind weht uns an diesem Frühlingsmorgen um die Nase. In die salzige Meeresbrise mischt sich der Duft von wildem Thymian, die Gerste neigt ihre grünen Ähren zum Landesinneren hin, zartrosa und weiß schimmern die Zistrosen. Die Landschaft des

Die Weiten des Kap Koruçam. Foto: Eva Hakes
Die Weiten des Kap Koruçam

Über rote, eisenhaltige Erde wandern wir durch ein Blütenmeer aus Frühlingsblumen und endemischen Orchideen, bis wir die Küste des Kap Koruçam erreichen. Windzerzaust und schaumgekrönt schlagen die Wellen ans Ufer. Der Weg verläuft nun gradwandernd zwischen Wasser und sandiger Ebene, in die sich vereinzelt Wacholderbüsche ducken.

Wandern auf neuen Wegen 

Blick über Nordzypern von der Kreuzritterburg Buffavento. Foto: Eva Hakes
Blick über Nordzypern von der Kreuzritterburg Buffavento

Nordzyperns Herrlichkeit kann der Wanderer neuerdings auf einem frisch markierten Wanderwegenetz erkunden, das vom Nordwestkap der Insel, dem Kap Koruçam, bis in die östlichste Spitze, dem Karpaz, führt. 580 Kilometer markierter Wege ziehen sich über den langgestreckten Rücken der Gebirgskette Nordzyperns, schlängeln sich hinab zu schön geschwungenen Buchten und zu weißen Traumstränden, an denen Sommer für Sommer die Schildkröten nisten, führen in verschlafene Dörfer, zu vergessenen Klöstern und Kapellen, schwingen sich auf zu alten Kreuzritterburgen, die sich über die höchsten Höhen der Berge strecken.

Natura 2000 – Faszinierende Flora und Fauna 

Weiße Strände  am Karpaz. Foto: Eva Hakes
Weiße Strände am Karpaz

Damit nicht genug: Das frisch aus der Taufe gehobene Wegenetz verbindet auch die sechs potenziellen Natura 2000 Schutzgebiete Nordzyperns, namentlich die Gebiete Akdeniz am Kap Koruçam, Alagadi und Tatlisu an der Nordküste, den östlichen Zipfel des Karpaz von Dipkarpaz bis zum Andreaskloster, den südlichen Küstenabschnitt des Karpaz um Kaleburnu sowie die Feuchtgebiete um Famagusta. Nordzyperns Naturräume beherbergen eine beeindruckende Vielfalt seltener, zum Teil sogar endemischer Pflanzen- und Tierarten, zu deren Schutz die Europäische Kommission im Jahr 2008 ein 1,5 Millionen Euro-Projekt auf den Weg gebracht hat. Schildkrötennistplätze an den Stränden, Wanderdünen und Kliffs als Habitate seltener Limoniumarten mit kleinen mehrfarbigen Blüten, eine große Vielfalt wilder Orchideen, die endemische zyprische Tulpe,  tausendjährige Olivenhaine und bis zu 35 cm lange Echsen wie der Hardun, auch Schleuderschwanz genannt, der Felsen und Steine zyprischer Monumente bewohnt , sind nur einige Beispiele für die schützenswerte Flora und Fauna der Insel.

Gut gerüstet 

Die Kirche Ayios Philon am Karpaz. Foto: Eva Hakes
Die Kirche Ayios Philon am Karpaz

Das neue Wanderwegenetz, das in weiten Teilen aus angenehm zu begehenden Sandpisten und zu einem guten Fünftel aus schmalen Pfaden besteht, ist mit Infotafeln ausgestattet, auf denen die Besonderheiten der im jeweiligen Naturraum vorkommenden Tiere und Pflanzen erläutert werden. Darüber hinaus gibt eine Karte den eigenen Standpunkt sowie die Distanzen zu den verschiedenen Wanderzielen der Umgebung an. Die Tatsache, dass die Insel touristisch noch nicht weit erschlossen ist und die in weiten Teilen unbewohnten Gebirgs- und Küstenregionen den Wanderer mit  ihrer Stille und endlos erscheinenden Weite erfreuen, bringt als Kehrseite ein logistisches Problem bei der An- und Abfahrt zu Ausgangs- und Endpunkten der Wanderungen mit sich. Hotels, die sich dem Wandertourismus verschrieben haben, sowie Incoming-Agenturen haben bereits reagiert und bieten Hol- und Bring-Services oder Wandertaxis an. ...


Infos zur Region: www.nordzypern-touristik.de

Reiseanbieter Nordzypern:
www.fener-reisen.de, www.lupereisen.com, www.nordzypern-tours.de



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Ausgabe 161

November/Dezember 2011