© Klaus-Peter Kappest

Bis zum Ende der Welt: Eine Entdeckungsreise auf der Via Algarviana

Ausgabe 162 – Januar/Februar 2012

Portugal

Am Guadiana, dem Grenzfluss zwischen Andalusien und der Algarve, liegt Alcoutim. Auf der anderen Seite des Flusses heben sich drohend Reste einer andalusischen Festung gegen den Himmel ab. Alcoutim hat bewegte Zeiten gesehen, doch die liegen lange zurück.

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Wanderer trifft man selten auf der Via Algarviana. Die Idee für den Fernwanderweg, der von der Ostgrenze des Landes über gut 300 km an die Südwestspitze Portugals, das Cabo de São Vicente führt, entstand zwar schon Mitte der 1990er-Jahre; bis der Weg schließlich eröffnet werden konnte, vergingen jedoch fast 15 Jahre. Deshalb ist die Via Algarviana bis jetzt noch eher ein Geheimtipp: Mal mehr, mal weniger den Spuren eines alten Pilgerweges zum Cabo de São Vicente folgend, durchquert sie das Hinterland der Algarve, die bislang vor allem für die Schönheit ihrer Küste berühmt ist. Den Wanderer umfängt dieses vergessene Land mit seiner Stille und Schönheit, der Weite und Einsamkeit eines Ortes, an dem die Zeit vor Jahrzehnten stehen geblieben zu sein scheint.

Im Blütenmeer

Die erste Etappe des wohl jüngsten südeuropäischen Fernwanderweges beschert dem Wanderer einen relativ sanften Start: Entlang des Rio Guadiana, der als blaues Band das Land durchzieht, verläuft der Weg durch lichte Kulturlandschaft. Am schönsten ist es hier im Frühling. Dann verwandeln sich die von Oliven-, Mandel- und Feigenbäumen bestandenen Wiesen in Blütenmeere, die in allen nur denkbaren Nuancen leuchten. Lavendel, Minze, Thymian und Rosmarin bilden einen tiefgrünen Duftteppich mit zarten Blüten; gelber Ginster, Lilien in Rosé und Iris in Violett setzen farbliche Akzente. Wilde Orchideen bringen einen Hauch von Exotik in das mediterrane Frühlingsparadies.

Die Schatten der Korkeichenwälder

Diese offene Weite geht schließlich über in den Schatten der Korkeichenwälder mit ihren Jahrhunderte alten, knorrigen Bäumen. Deren Rinde fand bis vor kurzem in Form von Weinflaschenkorken ihren Weg bis in die entferntesten Restaurants und Wohnzimmer Europas. Doch die Zeiten ändern sich, der Plastikverschluss ist auf dem Vormarsch und die alten Techniken der Landwirtschaft verlieren an Bedeutung. Dennoch, in Furnazinhas, das auf der zweiten Tagesetappe des Weges liegt, leben die Menschen noch heute vor allem von ihren eigenen landwirtschaftlichen Erzeugnissen: von ihren Ziegen, Schafen, Schweinen und Hühnern, von den Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten und Paprika, die der eigene Boden gibt. Die jungen Leute finden das ärmlich und langweilig; sie wandern ab zu den Küsten. Die Urlauber aus der Stadt befällt hier hingegen das Landlust-Feeling, sie würden am liebsten bleiben. Aber sie gehen weiter, denn schließlich hat die Via Algarviana noch viel mehr zu bieten. ...


Infos zur Region: www.algarvepromotion.pt, www.visitalgarve.pt


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