© Klaus Hurtienne

Der Sternenweg: Spurensuche auf saarländischen Jakobswegen

Ausgabe 162 – Januar/Februar 2012

Deutschland

Plötzlich glänzt etwas im Sonnenlicht. Was von weitem wie eine Unebenheit im Wanderweg aussieht, entpuppt sich bei näherem Betrachten als eine nach historischem Vorbild gepflasterte Fläche. Darin eingelassen ist ein in Stein gehauener Stern – ein uraltes

Innehalten  in einer alten  Kulturlandschaft. Foto: Peter Michael Lupp, Regionalverband Saarbrücken
Innehalten in einer alten Kulturlandschaft

Hatten sie ausreichend zu essen, bequemes Schuhwerk und warme Kleidung? Konnten sie die grüne Landschaft des Bliesgaus und die vielen, weiten Aussichten genauso genießen wie wir? Wie viele Menschen sind diesen Weg schon gegangen, wie weit und mit welchen Motiven? Die kleinen Entdeckungen an einer großen Europäischen Kulturstraße, die  bereits 1993 von der UNESCO als geistiges Weltkulturerbe anerkannt wurde, machen den saarländischen Jakobsweg zu etwas ganz Besonderem.

Pilgern und entdecken

Ein informativer Pilgerpass enthält insgesamt 24 Pilgerstempelstationen von Hornbach nach Metz. Foto: Peter Michael Lupp, Regionalverband Saarbrücken
Ein informativer Pilgerpass ent-hält insgesamt 24 Pilgerstempel-stationen von Hornbach nach Metz

Seit mehr als 1000 Jahren führen die Jakobswege Pilger aus ganz Europa nach Santiago de Compostela. Die Wegachse des Jakobsweges vom Kaiserdom zu Speyer über Kloster Hornbach, Saarbrücken/Sarreguemines bis zur Kathedrale nach Metz hatte bereits im Mittelalter eine große Bedeutung. Zwischen Hornbach und Metz gliedert sich der Jakobsweg in eine Nordroute über Blieskastel nach Saarbrücken und eine Südroute durch das französische Sarreguemines. Im lothringischen Hérapel verbinden sich beide Streckenverläufe wieder zu einem Weg in Richtung Etappenziel Metz.

Im Bann der Landschaft

Die Jakobsmuschelsteine symbolisieren auch den europäischen Gedanken an einer der Nahtstellen Europas und geben gleichzeitig Hinweise auf mittelalterliche Kulturdenkmäler und Blickachsen entlang des Weges. Foto: Peter Michael Lupp, Regionalverband Saarb
Die Jakobsmuschelsteine symbolisieren auch den euro-päischen Gedanken an einer derNahtstellen Europas

Wie ein roter Faden schlängeln sich die wiederentdeckten Routen durch die wandernswerte Region im Süden des Saarlandes und erschließen dabei auf rund 130 km die facettenreiche saarländische und lothringische Kulturlandschaft. Der Bliesgau, umarmt von den Flussläufen der Blies und der Saar, ist geprägt von sanften Hügeln, Streuobstwiesen, orchideenreichen Kalkmagerrasen und Schlehen- oder Weißdornhecken. Die für den  vorherrschenden Muschelkalkboden typische, wärmeliebende Vegetation hat dem Bliesgau auch den Beinamen „Saarländische Toskana“ eingebracht. Teile der Region wurden von der UNESCO zum Biosphärenreservat ausgewiesen. Im spannenden Kontrast dazu stehen die Siedlungsräume von Saarbrücken, Blieskastel, Sarreguemines und kleineren Orten entlang des „Sternenweges“. Das Angebot an Pilgerherbergen reicht von einfachen Privatunterkünften und Naturfreundehäusern über die wanderfreundlichen Gastgeber des Saarlandes bis hin zu eleganten Hotels. Dabei sind hier längst nicht nur Pilger im traditionellen Sinn unterwegs. Landschaftsgenuss, regionale Esskultur und die Entdeckung der historischen Sehenswürdigkeiten entlang des Weges stehen für die meisten Besucher genauso im Vordergrund wie der spirituelle Aspekt. ...


Infos zur Region:

www.saarpfalz-kreis.de

www.die-region-saarbruecken.de

www.tourismus.saarland.de

www.kulturort-wintringer-kapelle.de (Rubrik Jakobsweg)


Weitere Reportagen zum Thema Pilgern in diesem Heft:



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