© Klaus-Peter Kappest

Glauben zu Fuß: Der Upländer Pilgerweg

Ausgabe 162 – Januar/Februar 2012

Deutschland

Oft sind es Stress und Hektik im Alltag, ein Schicksalsschlag oder eine Krankheit, die Menschen dazu veranlassen, sich wieder mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen. Pilgern ist dabei ein Mittel, sich selbst zu finden und Augen, Ohren und Seele wiede

Landschaftsgenuss und innere Einkehr gehen auf dem Upländer Pilgerweg Hand in Hand. Foto: Tourist-Information Willingen
Landschaftsgenuss und innere Einkehr gehen auf dem Upländer Pilgerweg Hand in Hand. Foto: Tourist-Information Willingen

Wer Ruhe und Besinnung sucht, aber vielleicht noch keine Pilger- oder Wandererfahrung hat, der findet auf dem Upländer Pilgerweg in Willingen im Sauerland eine tolle Möglichkeit, sich selbst und seinem Glauben in sanften Schritten näher zu kommen. Der Pilgerweg ist nur 17 km lang und kann in vier Etappen eingeteilt werden. 46 Stationsschilder führen mit vier Themenfeldern entlang der Wegeabschnitte zur inneren Einkehr. Dabei kann man sich viel Zeit lassen, denn nicht nur die Wanderung selbst, sondern auch die Impulse der eindrucksvollen Landschaft und der einzelnen Besinnungsstationen und Kirchen am Wegesrand, machen ein längeres Verweilen lohnenswert.

Trimm-Dich-Pfad für die Seele

Foto: Tourist-Information Willingen
Foto: Tourist-Information Willingen

Ähnlich einem Trimm-Dich-Pfad für den Körper, möchte der Besinnungsweg „Lebensspuren“ ein erbaulicher Pfad für Geist und Seele sein. Die vier Streckenabschnitte haben auch vier unterschiedliche Themen: Die Stationen auf dem ersten Wegabschnitt enthalten Versteile aus Psalm 23. Mit kurzen Gedanken möchte der Pfad während dieser ersten Etappe auf persönliche Lebensspuren führen. Die Besinnungsstationen auf dem zweiten Wegabschnitt sind auf die jeweiligen Landschaftsbilder bezogen. Jede Station enthält passend zur Umgebung einen Bibelvers mit einladenden Gedanken zu persönlichen Lebensspuren. Die Thematik der Besinnungsstationen auf dem dritten Abschnitt nimmt die Perlen des Glaubens auf. Karl Marin Lönnebo, von 1980 bis 1995 Bischof von Linköping der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Schweden, entwickelte die „Perlen des Glaubens“, um Menschen auf einen Weg zur Meditation und Besinnung zu führen. Die aufwendig gestalteten Stationsschilder stellen die einzelnen Perlen dar und begleiten die Pilger auf ihrem Weg. Auf der vierten Etappe wird man von den Seligpreisungen, die Jesus in seiner Bergpredigt den Menschen zugesprochen hat, begleitet. Die Verbundenheit mit der Natur wirkt heilsam und belebend bis in die Tiefen von Leib und Seele. Geistliche Impulse und Rituale wie Schweigen, Gebet, Meditation und Achtsamkeit sollen zum Schlüssel der Selbst- und Gotteserfahrung werden und neue Orientierung geben.

Pilgerkirche in Schwalenfeld

Die Pilgerkirche in Schwalenfeld ist ein Ort für Stille, Besinnung und Gebet, aber auch für gelebte Religion und Austausch unter Gleichgesinnten. Foto: Tourist-Information Willingen
Die Pilgerkirche in Schwalenfeld ist ein Ort für Stille, Besinnung und Gebet, aber auch für gelebte Religion und Austausch unter Gleichgesinnten. Foto: Tourist-Information Willingen

Ein besonderer Höhepunkt auf dem Pilgerweg ist die Pilgerkirche in Schwalefeld. Über 20.000 Besucher haben in den vergangenen zwei Jahren das spirituelle Angebot des Gotteshauses genutzt. Im modernen Innenraum der Kirche gibt es einen kreativen Erlebnis-Pilgerweg. Zwölf Stationen mit Bildern, Texten, Musik und anderen Sinnesreizen laden ein, Lebensspuren zu entdecken, Gedanken zu vertiefen oder eine Kerze zu entzünden. Der Pfad führt in mehreren Windungen durch den gesamten Kirchenraum, dabei entspricht jede Station einem Gottesdienstelement: Begrüßung, Bitte um den Heiligen Geist, Bittruf und Lobpreis, Glaubensbekenntnis, Vaterunser und Segen. ...


Mit integriertem Tourentipp:
Upländer Pilgerweg „Lebensspuren“

Infos zur Region: www.willingen.de


Weitere Reportagen zum Thema Pilgern in diesem Heft:



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