© Klaus-Peter Kappest

Im Zeichen der Muschel: Eine Pilgerreise durch Württemberg

Ausgabe 162 – Januar/Februar 2012

Deutschland

Vor allem vom 11. bis zum 16. Jh. haben sich viele Menschen aus Süddeutschland auf den beschwerlichen Weg gemacht, um das Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela zu besuchen. Die heutigen Jakobswege sind Rekonstruktionen eines Wegen

Kloster Bebenhausen im Schönbuch war einst ein Zisterzienserkloster und steht heute für Besichtigungen offen.  Foto: Gerhard Hepper
Kloster Bebenhausen im Schönbuch

Dabei muss man nicht wochenlang  unterwegs sein. Schon vor der eigenen Haustür ist die gelbe Muschel auf blauem Grund ein häufig anzutreffendes Markierungszeichen. Zum Beispiel auf dem Jakobsweg von Rothenburg ob der Tauber über den Rems-Murr-Kreis und die Landkreise Esslingen und Tübingen nach Rottenburg.

Schwäbische Pilgerlandschaft

Die Wurmlinger Kapelle zwischen Tübingen und Rottenburg war für Ludwig Uhland Inspiration für das Gedicht „Die Kapelle“. Foto: Gerhard Hepper
Die Wurmlinger Kapelle zwi-schen Tübingen und Rottenburg

Von Rothenburg ob der Tauber kommend, führt der Weg durch Hohenlohe in den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Auf teils alten Steigen gelangt man von Schwäbisch-Hall über Wolfenbrück nach Siegelsberg, wo die Spuren der Römer am UNESCO Welterbe Limes sichtbar werden. Von hier verläuft die Route in die historische Klosterstadt Murrhardt mit zahlreichen alten Fachwerkhäusern. Die Walterichskirche, ein geschichtsträchtiges und viel besuchtes Wallfahrtsziel, liegt auf der Höhe über dem Ort. Nun führt der Jakobsweg nach Winnenden. Oppenweiler mit seiner schönen Jakobuskirche und das markante Burgdorf Bürg sind weitere Stationen auf dem landschaftlich reizvollen Weg. In der berühmten Schlosskirche St. Jakobus zu Winnenden steht einer der schönsten dem heiligen Jakobus geweihten Altäre – ein eindrucksvolles Zeugnis gotischer Kunst.

Steinerne Zeitzeugen

Der wertvolle Schnitzaltar in der Jakobuskirche Oppenweiler ist das Werk eines unbekannten Meisters der Ulmer Schule. Foto: Agentur arcos
Der wertvolle Schnitzaltar in der Jakobuskirche Oppenweiler

Von Winnenden führt der Weg über Endersbach im Remstal und Stetten nach Esslingen. Bei Ausgrabungen ist man hier auf Muschelfunde gestoßen, die von einer langen Pilgertradition zeugen. Die Esslinger Burg und die Altstadt mit dem Alten Rathaus, der Frauenkirche und der Stadtkirche St. Dionys lohnen eine Besichtigung, bevor man über Berkheim zum bekannten Kloster Denkendorf gelangt. Das Kloster mit der eindrucksvollen Krypta entwickelte sich nach der Reformation zu einer der bedeutendsten Klosterschulen Württembergs, ihr berühmtester Schüler war Friedrich Hölderlin. Von hier an führt der Jakobsweg weitgehend deckungsgleich mit dem Hauptwanderweg 3 des Schwäbischen Albvereins (HW 3) nach Neckartailfingen, wo eine östliche Variante von Endersbach über Bodelshofen und Frickenhausen kommend wieder auf die Hauptroute stößt. Mit herrlichem Blick zum Albtrauf geht es nun in den Naturpark Schönbuch, am einstigen Hofgut Einsiedel vorbei zum Kloster Bebenhausen, wo ein Besuch im Kloster- und Schlossmuseum lohnt, bevor man die letzten Kilometer nach Tübingen in Angriff nimmt. ...


Infos zur Region: 

www.occa.de
www.kreis-tuebingen.de/tourismus
www.landkreis-esslingen.de
www.rems-murr-kreis.de


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