© Klaus-Peter Kappest

Editorial: Aufrecht oder aufrichtig?

Ausgabe 163 – März/April 2012

Know How

Liebe Leserinnen, liebe Leser, was stimmt heutzutage eigentlich noch? Nein, ich werde nicht die Fortsetzung jüngst medialer Glaubwürdigkeitsdebatten führen. Warum auch? Vielleicht distanziert sich demnächst ja mal das Amt oder der Posten vom Amtsinhaber?

Bitteschön. Nehmen wir doch die Recherche des Wandermagazins für einen Weg. Sagen wir im Naturpark Arnsberger Wald am Möhnesee. Dezember 2011. Aufrecht marschieren wir durch Täler und über Höhen. Doch halt, wäre es nicht eine spannendere Alternative, da rechts zu gehen? Mal schauen. Dann heißt es bücken, durch das Unterholz kriechen, schließlich lässt sich das ja freischneiden. Aufrichtig? Gewiss, ich war da, habe jeden Meter mit eigenen Augen gesehen, mit Füßen betreten. Während Sturmtief Joachim durch die Wipfel brauste, es erst schüttete wie aus Kübeln, dann schneite und wieder regnete, das Ergebnis ist aufrichtig und authentisch.

Warum ich Ihnen diese Story erzähle? Weil es an der Zeit ist, mal eine Lanze für solide Recherchearbeit zu brechen. Es ist allerdings auch an der Zeit, eine Lanze für wahre Urheberschaft zu brechen. In Zeiten von Guttenplag & Co. sollte nicht unerwähnt sein, dass die Wertarbeit der Wandermagazin-Redaktion inzwischen so geschätzt wird, dass Hunderte von uns recherchierter Tourentipps (ohne Ansage) ins Netz geschaufelt wurden. Uns rührt das, aber aufrichtig ist es nicht, wenn die Quellenangabe fehlt. Ups, handwerklicher Fehler oder Absicht? Es fehlte noch, dass auf solchem Umweg Wandermagazin zum Plagiator wider Willen würde, schließlich gilt der Mehrheit der Menschen der Inhalt im World Wide Web als von Gott befohlen. Von wegen. Sie verstehen? Am Anfang ist der aufrechte und aufrichtige Umgang mit den Fakten vor Ort. Dann bemächtigt sich der Netznutzer des Inhaltes, wie er sich jedweden Inhaltes von redlicher oder zweifelhafter Quelle bemächtigt. Betrachten Sie bitte die vorliegende Wandermagazin-Ausgabe als Quelle originärer wie origineller Inhalte. Michael Kleider berichtet aus den piemontesischen Alpen, Natalie Glatter bringt Frühlingsgefühle in die Stuben, Ulrike Poller und Wolfgang Todt haben Stunden um Stunden GPS-Geräte und Funktionswäsche im Praxis gecheckt – voilà, die neuen Praxistests für Sie.

Abenteuer Eifel, Andracks Elsass-Story, Skitouren in Osttirol, Rügens wanderbare Seiten, der Deutsche Wandertag im Fläming und die interessanten Eindrücke und Einsichten von Eva Hakes aus Ibiza und zum Thema Guerilla-Gardening. Lesen Sie doch rein. Inzwischen sind wir bereits wieder unterwegs für Sie!

Herzlichst


Michael Sänger
Chefredaktion Wandermagazin



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Ausgabe 163

März/April 2012