© Klaus-Peter Kappest

Im Tal der Tourengeher: Skibergsteigen im pistenfreien Villgratental

Ausgabe 163 – März/April 2012

Österreich

Nichts ist zu hören als das Knirschen des Schnees unter den Skiern und der eigene Atem in der kristallklaren Bergluft. Der Himmel strahlt azurblau und die Sonne sendet die ersten, warmen Strahlen. Wenn anderswo schon der Frühling ausbricht, liegt die Ostt

Abenteuer pur: Auf dem Weg zum Großglockner. Foto: Peter Bauernfein, Kals
Abenteuer pur: Auf dem Weg zum Großglockner

Das Villgratental in Osttirol nimmt eine Sonderstellung unter den österreichischen Urlaubsorten ein: es ist die einzige Region mit meterhohem Schnee und gigantischen Bergriesen, aber ohne Skizirkus. Als in der Mitte des letzten Jahrhunderts allmählich der Skitourismus begann und in den 1980er Jahren riesige Ausmaße annahm, hat man sich bewusst dagegen entschieden, Liftanlagen zu bauen und Pisten zu präparieren. Man hat den Trend nicht verschlafen, sondern einfach nicht mitgemacht. Stattdessen setzt man auf sanften Tourismus abseits ausgetretener Pfade. Schneeschuhtouren, Winterwanderungen und Skitouren entführen die Gäste in eine stille, anmutige Zauberwelt. Die Gäste im urigen Innervillgraten mit seinen 1.000 Einwohnern und dem noch beschaulicheren Außervillgraten mit 860 Menschen schätzen die unvergleichliche Ruhe und Romantik und die Berg- und Naturerlebnisse in der Abgeschiedenheit. Hektik ade!

Gar nicht so schwierig

Gemütliche Hütten verschönern die Rast. Foto: Osttirol Werbung
Gemütliche Hütten verschönern die Rast

Nach den ersten, ungewohnten Schritten mit Fellen unter den Skiern ist es eigentlich gar nicht mehr so schwer. Schnell hat man sich an den Bewegungsablauf mit der nach hinten lockeren Bindung gewöhnt. Bergauf ist die Kondition schon ordentlich gefordert. Der Bergführer mahnt zur Langsamkeit – schließlich ist für die Abfahrt auch etwas Muskelkraft nötig. Skitouren-Neulinge wenden sich am besten an ein Bergführerbüro oder die örtliche Tourist-Info. Denn unter fachkundiger Anleitung macht es einfach mehr Spaß, eine Tour ist in der Gruppe sicherer und Technik und Handling der Tourenski sind so recht schnell gelernt. Die Orientierung ist dann eigentlich ganz einfach, denn in der Regel sind es die Wanderschilder, die auch dem Tourengeher den Weg zum Ziel zeigen. Viele Routen im Villgratental weisen mittlere Schwierigkeitsgrade auf. Eine schöne Einsteigertour ist die zum Gaishörndl (2.615 m), das die Einheimischen bei Vollmond gern auch abends ansteuern. Eine herrliche Tiefschneeabfahrt führt hinab zum Ausgangspunkt und zum Gasthaus Badlalm. Hier trifft man sich, verzehrt Osttiroler Spezialitäten und fachsimpelt mit Wirt Walder Gebhard, einem passionierten Tourengeher mit dem gewissen Gespür für den Schnee. ...


Infos zur Region: www.osttirol.com



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Ausgabe 163

März/April 2012