© Klaus-Peter Kappest

Öko-Paradiesgarten: Zu Besuch in Margarets Garten

Ausgabe 163 – März/April 2012

Spanien

Olivenöl ist der Inbegriff mediterraner Lebensart. Im Mittelmeerraum geht eigentlich nichts ohne Olivenöl. Es wird nicht nur in reichlichen bis überreichlichen Mengen zum Kochen oder Anrichten von Salaten genutzt, man gießt es auch über Brot, Brandwunden

Margarets Garten

Foto: Eva Hakes
Foto: Eva Hakes

Margarets Olivenöl war weißer, weicher und süßer als jedes andere Öl, das ich in den letzten Jahren probiert habe. Es hatte eine fruchtige Note und schien den Geschmack der Tomaten, Gurken und Salatblätter, mit denen es in Berührung kam, zu intensivieren. Leicht, elegant und verführerisch war dieses Olivenöl, wie eigentlich alles in Cas Gasí, Margarets kleinem, feinen Landhotel. Umgeben von vier Hektar Gärten mit duftenden Rosen, üppigen Bougainvillae, dicken Kürbissen, blitzenden Tomaten und melancholisch im Wind raschelnden Olivenbäumen ist das Hotel ein stilles Refugium auf der sonst so quirligen Insel Ibiza. VIPs aus unterschiedlichen Branchen und incognito reisende Stars und Sternchen haben hier bereits die  Reize ländlich mediterraner Idylle auf sich wirken lassen.

Geplant war das nicht. „Als wir die Finca gekauft haben, war meine ursprüngliche Idee, hier Öko-Landbau zu betreiben“, erläutert Margaret. Sie war damals auf der Suche nach einer familienfreundlichen Alternative zu ihrer Arbeit bei der Lufthansa. Und auf theoretischer Ebene habe der Öko-Landbau sie auch schon Jahre vor dem Kauf der Finca interessiert. Die Praxis habe sie sich dann Stück für Stück erarbeitet.

Die Öko-Lady

Foto: Eva Hakes
Foto: Eva Hakes

Dass Margaret von Korff, in Barcelona aufgewachsene Tochter deutschstämmiger Eltern, konsequent ihre Ziele verfolgt, glaubt man ihr ohne weiteres. Etwas mehr Mühe kostet es mich, mir die Dame mit der würdevollen Haltung und der distinguierten Ausdrucksweise beim Unkraut jäten vorzustellen. Bei dem Versuch, die Señora von Korff beim Gemüseverkauf auf dem Hippiemarkt zu visualisieren, kapituliere ich. Zu augenfällig harmoniert die schlichte Eleganz von Margarets Hosenanzug mit dem gediegenen Interieur des Hauses Cas Gasí, als dass man sich seine Besitzerin als Kartoffeln und Paprika verkaufende Marktfrau vorstellen könnte. Andererseits: Wer hat eigentlich behauptet, dass nur Birkenstockträger in den Bio-Paradiesgarten kommen?

Natürlichkeit als Wert

Foto: Eva Hakes
Foto: Eva Hakes

„Letztlich ist das alles eine Frage des Bewusstseins“, konstatiert Margaret. Ihr scheint es nicht unwahrscheinlich, dass in näherer Zukunft nachhaltig hergestellte Naturprodukte als der wahre Luxus des 21. Jh. gelten könnten. Nach einigen Tagen Aufenthalt in Margarets Haus, fällt es mir leicht zu verstehen, was sie meint. Zwar beginnt der Luxus dieses Hotels mit den Antiquitäten und wertvollen Stoffen, die aus jedem Zimmer einen individuellen Traum vom Leben auf dem Lande machen. Es sind aber doch die subtileren Reize des Ortes, die dazu führen, dass man am Ende des Tages dem Cas Gasí verfallen ist. ...


Weitere Infos: www.casgasi.com



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Ausgabe 163

März/April 2012