© Klaus-Peter Kappest

Fotografieren: Zeichnen mit Licht

Ausgabe 164 – Mai/Juni 2012

Know How

„Fotografieren bedeutet Zeichnen mit Licht“, sagt Dirk Böttger. Damit packt der Fotograf das Wort nicht nur an der etymologischen Wurzel, sondern erfasst zugleich einen Aspekt, der für die Landschaftsfotografie besonders bedeutsam ist: Wer das Spiel von L

Foto: Dirk Böttger,  Fotoakademie-Niederrhein.de
Foto: Dirk Böttger, Fotoakademie-Niederrhein.de

„Wenn handwerkliches Können und individuelle Kreativität sich miteinander verbinden, wird Fotografie zur Kunst“, hält Böttger auf seiner Website fest. Diese trägt den programmatischen Titel „foto-goes-art.de“ und bezieht sich durchaus nicht nur auf Böttgers eigene Werke, sondern auch auf seine „foto-pädagogischen“ Ambitionen, die ihren konkreten  Ausdruck in der Fotoakademie-Niederrhein finden, deren Leiter er ist.

Für das Wandermagazin gibt der Fotograf, Fotocoach und Autor zahlreicher Fachpublikationen zur Fotografie die besten Tipps für einfach bessere Landschaftsaufnahmen.

Foto: Dirk Böttger,  Fotoakademie-Niederrhein.de
Foto: Dirk Böttger, Fotoakademie-Niederrhein.de

Vorweg gesagt. Das menschliche Auge arbeitet anders als eine Fotokamera. Dank seiner Vernetzung mit dem Gehirn, das nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch deren Verarbeitung steuert, ist unser Sehsinn in der Lage, diejenigen Details, die im gegebenen Moment unwichtig erscheinen, einfach auszublenden. Die Kamera hat diese Fähigkeit nicht und bildet folglich genau das ab, was sie „vor die Linse bekommt“. Allerdings bringt diese Abbildung das zusätzliche Problem mit sich, dass die vom Sehsinn dreidimensional wahrgenommene Welt in diesem Prozess auf eine zweidimensionale Fläche gezwungen wird. Folglich muss der Fotograf genau wie der Maler optische Tiefe mit Hilfe von Techniken erzeugen; und ebenso wie dem Maler helfen auch dem Fotografen altbewährte Regeln der Bildgestaltung, spannungsreiche und harmonische Bilder zu erzielen.

Foto: Dirk Böttger,  Fotoakademie-Niederrhein.de
Foto: Dirk Böttger, Fotoakademie-Niederrhein.de

Bildgestaltung. Schon die alten Griechen kannten den „Goldenen Schnitt“ als Grundlage einer harmonischen Bildkomposition und beschrieben damit ein Teilungsverhältnis, bei dem sich der kürzere Teil zum längeren Teil verhält wie dieser zur Gesamtlänge.

In der Fotografie werden jedoch auch andere Teilungsverhältnisse für die Bildfläche eingesetzt. Die Gittermethode teilt zum Beispiel die Bildfläche durch jeweils zwei Quer- und Längslinien in neun gleich große Rechtecke. Eine Positionierung des Motivs bzw. der Motive an den Schnittpunkten dieser Linien lässt das Bild besonders harmonisch erscheinen. Viele Kameras bieten die Möglichkeit, ein Raster auf dem rückseitigen Monitor einzublenden, welches das Ausrichten der Bilder nach dem Goldenen Schnitt erleichtert.

Aber nicht allein das Motiv, auch die Lage des Horizonts sollte sich durchaus an den Linien dieses Rasters orientieren. Das heißt: in den meisten Fällen ist es von Vorteil, eine Landschaftsfotografie in ein Drittel Himmel und zwei Drittel Landschaft aufzuteilen – oder umgekehrt. ...



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