© Klaus-Peter Kappest

Impressionen von der Schwäbischen Alb

Ausgabe 164 – Mai/Juni 2012

Deutschland

Eben noch zog Nebel durch das Tal und der Morgentau glitzerte auf Blättern und Halmen. Stetig windet sich der Wanderpfad nach oben, weicher Waldboden wird zu felsigen Trittstufen. Plötzlich bricht die Sonne durch den Dunst und ein atemberaubendes Panora

Blick zur Burg Hohenzollern am Traufgang „Zollernburg-Panorama“. Foto: Holler
Blick zur Burg Hohenzollern am Traufgang „Zollernburg-Panorama“

Die Schwäbische Alb ist eine ganz besondere Landschaft, geprägt von einer uralten Schäfertradition und einem fantastischen Naturerbe. Die reiche Geschichte, die bis weit in die Steinzeit zurück reicht, macht sie einzigartig unter den Mittelgebirgen Deutschlands. Kulturelle Sehenswürdigkeiten wie die Burg Hohenneuffen, Schloss Sigmaringen oder Burg Hohenzollern sind begehrte Wanderziele. Und das sind nur die berühmtesten unter den zahlreichen Schlössern, Burgen, Klöstern und Fachwerkstädtchen, die der Region ihr einmaliges Gesicht verleihen. Die Schwäbische Alb bezeichnet sich selbstbewusst als „WeltKulturGebirge“ – und das nicht nur wegen ihrer UNESCO-Welterbe Auszeichnungen. Insgesamt sind in der Region nahezu 400 Burgen und Schlösser aus verschiedenen Epochen nachgewiesen.

Zeitreise

So sehen Wanderträume aus: Ein Morgen am Stiegelesfelsen auf dem Donauberglandweg. Foto: Donaubergland GmbH/ Andreas Beck
So sehen Wanderträume aus: Ein Morgen am Stiegelesfelsen auf dem Donauberglandweg

Neben den UNSECO-Auszeichnungen für das Biosphärengebiet und den Limes wurde die Region 2002 als nationaler GeoPark anerkannt. Weltbekannte Fossilienfundstätten wie Holzmaden, Dotternhausen und Nusplingen öffnen aufregende Zeitfenster in die Vergangenheit. Die Karstlandschaft mit ihren Fossilienriffen, Dolinen, Karstquellen wie dem Blautopf und den vielen Höhlen bot bereits den Tieren und Menschen der Eiszeit besondere Lebensräume. Die weltweit älteste Menschendarstellung, die Venus aus der Eiszeit, wurde ebenfalls auf der Schwäbischen Alb gefunden. Wer mit offenen Augen durch die Landschaft streift, für den ist der GeoPark ein einzigartiges großes Freilichtmuseum. Auf Erlebniswanderungen rund um das Thema Geologie lassen sich die erdgeschichtlichen Phänomene perfekt erwandern und kennenlernen. Der „Jurassic Park – Schwäbische Alb“ mit seinen Fossilienfunden, den fantastischen Höhlen, Felsriffen und Aussichtsbalkonen lädt zu einer fantastischen Zeitreise ein. Tolle Beispiele sind der Geo-Wanderweg Zillhausen auf der Zollernalb oder der Meteorkraterrundwanderweg bei Steinheim.

Geschichte hautnah

Einsamer Strandkorb abseits der Küste: Blick auf den Lochenstein. Foto: WFG Zollernalb
Einsamer Strandkorb abseits derKüste: Blick auf den Lochenstein

Zeit für Besichtigungen sollte man natürlich auf jeder Wanderung einplanen, z.B. im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, einem historischen Museumsdorf mitten im Donaubergland und im Naturpark Obere Donau. Eindrucksvoll wird hier die ländliche Geschichte der Region der letzten 400 Jahre veranschaulicht. 25 historische Gebäude finden sich im Freilichtmuseum, ein richtiges kleines Albdorf mit Kirche, Schul- und Rathaus, Bauernhäusern, Schmiede und vielem mehr. Neben Großveranstaltungen wie dem „Fuhrmannstag“ gibt es täglich Vorführungen zu traditioneller Handwerkskunst oder auch die „Historische Schweinehut“. Das ist alles andere als langweilig – auch der Nachwuchs kann die spannende Geschichte des Mittelgebirges in Gestalt einer Erlebnis-Rallye entdecken: Kinder, die auf ihrer „Schatzsuche“ fünf der teilnehmenden familienfreundlichen Attraktionen besuchen, können mit etwas Glück im Oktober an einer echten Schatzsuche teilnehmen. Zu gewinnen gibt es einen Goldschatz im Wert von 1.000 Euro, Outdoorcamps und viele weitere Preise. Ein Grund mehr, der Burg Hohenzollern, dem Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck, dem Klopfplatz Dotternhausen, dem Keltenmuseum Heuneburg und den anderen „Kinder-Stars“ auf der Schwäbischen Alb in diesem Jahr einen Besuch abzustatten.

Land und Leute

Wie im Märchen – Schloss Lichtenstein bei Reutlingen. Foto: Holler
Wie im Märchen – Schloss Lichtenstein bei Reutlingen

Vor genau 60 Jahren wurde Baden-Württemberg gegründet. Arm an Bodenschätzen, doch reich an Ideen, hat sich der Südwesten zu einer der führenden Technologie- und Wirtschaftsregionen Europas entwickelt. Mit dem Spruch „Schaffe, Schaffe, Häusle baue“ wird der Schwabe häufig charakterisiert. Und fleißig sind die Menschen auf der Schwäbischen Alb seit Generationen. Kein Wunder also, dass aktuell auf der Schwäbischen Alb mit Hochtouren am Thema Wandern gearbeitet wird, um die führende Wanderdestination im Südwesten zu werden. Im Land der Tüftler und Denker gehen die Ideen niemals aus. Natürlich gibt es schon herrliche Wege, egal ob Tagestouren oder Mehrtageswanderungen. Aber der Schwabe wäre nicht Schwabe, würde er sich auf dem „Geschafften“ ausruhen. Die Schwäbische Alb arbeitet kontinuierlich an ihrer neuen einheitlichen Wegebeschilderung, die dem Wanderer stets eine gute Orientierung bieten soll, damit er Zeit hat für die vielen Schönheiten am Wegesrand. Sportliche Wanderer, Genusswanderer und Spaziergänger finden genau das richtige für jeden Anspruch.

Zauberhaftes Donaubergland

Felsformation Rosenstein am Albsteig. Foto: Schwäbische Alb Tourismus
Felsformation Rosenstein am Albsteig

Am Fuße des Lembergs (1.015 m), mitten im Naturpark Obere Donau, startet der Donauberglandweg. Entlang des Albtraufs auf der Südwestalb verläuft er vorbei an Klippeneck und Dreifaltigkeitsberg über die Albhochfläche und durch ein Seitental der Donau bis hinunter nach Mühlheim mit seiner mittelalterlichen Oberstadt. Weiter von Mühlheim über die Kolbinger Höhle, eine der eindrucksvollsten Tropfsteinhöhlen auf der Südwestalb, über den Knopfmacherfelsen und den Stiegelesfelsen bis ins Donaustädtchen Fridingen. Die letzte Etappe führt mit einzigartigen Aussichten ins Donautal über die Ruine Kallenberg und das Schloss Bronnen nach Beuron, dem weltberühmten Abteiort und Mittelpunkt des Oberen Donautals. Schöne Kirchen und Kapellen, albtypische Wacholderheiden, wunderbare Aussichten vom Albtrauf, imposante Ausblicke auf die Kalkfelsen des Donaudurchbruchs sowie Höhlen, Ruinen, Burgen und kulturelle Sehenswürdigkeiten machen diesen Weg zum Erlebnis. Der Weg ist in vier gut zu bewältigende Etappen eingeteilt. Insgesamt werden etwa 3.200 Höhenmeter (Summe der Auf- und Abstiege) bewältigt. Rund 50 Prozent der Route verlaufen auf naturnahen Wegen und romantischen Pfaden. ...


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