© Klaus-Peter Kappest

Sattelfest? Vom Leiden der Gesäße

Ausgabe 164 – Mai/Juni 2012

Know How

Sättel – sie schauen schnittig aus, es gibt sie in spartanischer Kohlefaserkonsistenz, in üppig gepolsterter Kissenvariante oder als renntaugliches Folterinstrument. Leder, Metall, Textil oder Kunststoff? Mit oder ohne Polsterung, mit oder ohne Sattelnase

Foto: shutterstock/Mika Heittola
Foto: shutterstock/Mika Heittola

Mal Hand aufs Herz: Wie fühlt sich Ihr Allerwertester nach winterlicher Bewegungsabstinenz und einer 30 km langen Radelpartie an? Vielleicht sollte ich lieber fragen, ob Sie ihn überhaupt noch spüren und was Ihr Sitzapparat so funkt?


Alles eine Sache der Übung? Haha! Natürlich lässt sich auch der zarteste Popo, seit es Fahrradsättel gibt, besänftigen. So habe ich das mehrfach bei mehrtägigen Radeltouren erlebt. Die Eingewöhnung aber war teuflisch schmerzhaft. Ich wusste gar nicht, wo überall es Nervenstränge gibt! Schmaler Sattel ist also nicht gleichbedeutend mit Schmerzen. Das gilt allerdings auch umgekehrt. Es gibt sie mit durchgehendem oder eingekerbtem Loch in der Mitte. Das soll den Dammbereich entlasten. Hier, so schildern es Sportmediziner, könnte sogar ein extrem weicher Sattel (gepolstert oder mit Gel ausgestattet) zu latenten Taubheitsphänomenen beitragen, weil der Mensch gar nicht mehr merkt, wo es ihn zwickt.

Sattel ohne Sattelnase
Sattel ohne Sattelnase

Die Sitzhaltung – aufrecht (dann ruht das Gewicht auf den Sitzbeinknochen), nach vorne gebeugt (dann liegt die Last auf dem Schambein) oder dazwischen – ist ebenfalls entscheidend für die Druckpunkte. Schließlich überträgt der Allerwerteste das gesamte Gewicht des Oberkörpers auf den Sattel. Je nach Empfindlichkeit, können Schläge von der Wegeoberfläche das Schmerzerlebnis noch punktuell steigern.

Ein versierter Fahrradhändler ermittelt die relevanten Druckpunkte und vermisst Ihr Hinterteil, denn: jedes ist anders. Man kann also, je nach durchschnittlicher Sitzhaltung, den Sattel auf die körpereigene Anatomie anpassen und damit das Leiden des Gesäßes minimieren. Übrigens: je sportlicher der Radler, umso schmaler der Sattel. Ganz ohne Training und Eingewöhnungsphase wird es allerdings nicht gehen. Na denn!


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