© Klaus-Peter Kappest

Via Algarviana in Portugal: Ländliches Leben neu entdeckt

Ausgabe 165 – Juli/August 2012

Portugal

Sechs Leser des Wandermagazins gewannen im März eine Reise auf Portugals erstem Fernwanderweg, der Via Algarviana. Eine Entdeckungsreise auf den Spuren von „Europas berühmtestem Geheimnis“.

Die endlosen Strände des  Atlantiks begeistern Surfer und Naturfreunde. Foto: Eva Hakes
Die endlosen Strände des Atlantiks begeistern Surfer und Naturfreunde

Zwischen dem Flughafen von Faro und der ersten Unterkunft auf der Via Algarviana, Aldeia da Pedralva, liegt noch ein gutes Stück Weg. Nach einiger Zeit auf der Autobahn rollen wir auf einer kleinen Landstraße zwischen schmalschultrigen Eukalyptusbäumen und bizarr geformten Pinien durch die Nacht. In der Ferne vor uns türmen sich Windräder in den Himmel wie Riesen aus einer anderen Welt. Kein Licht ist zu sehen, und die Abfahrt nach Aldeia da Pedralva ist weiß Gott nicht leicht zu finden. Erst im dritten Anlauf entdecken wir die Abzweigung, die uns schließlich zu unserer ersten Station der Via Algarviana führt, die eine ganz besondere Geschichte hat.

Eine mystische Landschaft am Ende der Welt

Lange galt die Küste am Cabo de São Vincente als das Ende der Welt. Foto: Eva Hakes
Lange galt die Küste am Cabo de São Vincente als das Ende der Welt

Nach einem Frühstück, das keine Wünsche offen lässt, brechen wir am nächsten Morgen gemeinsam mit unserer Wanderführerin Patricia von der Outdooragentur Megasports zu unserer ersten Wanderung auf der Via Algarviana auf. Vila do Bispo ist Ausgangspunkt der knapp 18 km langen Tour, die durch die Weiten einer Küstenlandschaft führt, der seit Jahrtausenden eine Aura des Mystischen anhaftet. Herakles und Saturn soll hier gehuldigt worden sein, und wie es die Geschichte so will, wurden in christlicher Zeit hier die Gebeine des Heiligen Vicente geborgen, der zum Namensstifter für Europas westlichen Landzipfel wurde: dem Cabo de São Vicente, das Zielpunkt unserer Wanderung ist. Zum Imaginieren und Denken scheint die weite Ebene, in der sich der salzige Geruch des Meeres mit dem Duft von Rosmarin und Lavendel mischt, wie geschaffen.

Das Land der Seefahrer

Picknick am Wegesrand. Foto: Eva Hakes
Picknick am Wegesrand

In Sagres, dem altehrwürdigen Küstenort am Cabo de São Vicente, residierte die berühmte Schule Heinrichs des Seefahrers, die den Portugiesen im 14. und 15. Jh. zu ihrem Weltruf als Seefahrernation verhalf. Doch wer nicht Mystiker oder Seemann ist, tut sich schwer mit dem Leben auf dem kargen sandigen Boden, der wenig Früchte trägt. „Nein, Bauer sein möchte man hier nicht“, denken wir alle. Dafür genießt jeder die Wanderung auf seine Art: Anne-Marie und Eleonore finden haufenweise Pflanzen am Wegesrand, die im Blumenladen ein Vermögen kosten, Klaus fotografiert, Gerhard schwingt inbrünstig die Treckingstöcke und Corinna und Steffen, die Studenten aus Konstanz, genießen die Sonne und 2.500 km Entfernung zur Uni. ...


Infos zur Region:
Via Algarviana: www.viaalgarviana.org
Almargem: www.almargem.org
Algarve: www.visitalgarve.pt, www.algarvepromotion.pt



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