© Klaus-Peter Kappest

Im Reich der Sinne: Andalusische Hammams

Ausgabe 167 – November/Dezember 2012

Know How

In der Tradition des Orients ist das Bad im Hammam ein Ritual, das nicht allein der körperlichen Reinigung gilt. Fern der Sorgen des Alltags ist der Hammam ein Ort der Zuflucht, der der Seele erlaubt, zu sich selbst zu finden.

Foto: Marius Wachol
Foto: Marius Wachol

Andalusiens Hammams gehören zu den schönsten Zeugnissen der maurischen Kultur, die fast 800 Jahre lang den Süden der Iberischen Halbinsel prägte. Zarte Säulen, hufeisenförmige Bögen und filigrane Ornamentik sind unverwechselbare Stilelemente dieser arabischen Bäder, die auf geheimnisvolle Weise geradezu konträren Bedürfnissen gerecht wurden.

Ein leises Murmeln

Seit jeher war der Hamam ein Hort der Ruhe und Entspannung, aber auch ein Ort der zwanglosen Zusammenkunft und ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der andalusischen Städte.  So manches Gerücht jener Tage wird seinen Ausgang von einem Hammam genommen haben, so manches Geheimnis seinem Hüter im Zustand traumwandlerischer Absichtslosigkeit entschlüpft sein, während das Wasser leise und unaufhörlich in den Brunnen gluckst, als wolle es selbst erzählen und murmelnd die Geheimnisse schattiger Patios enthüllen.

Wahre Lebenskunst

Foto: Marius Wachol
Foto: Marius Wachol

Doch der Hammam war noch mehr: Die äußere Reinigung war seit jeher Teil des religiösen Lebens und verbunden mit dem Bestreben, auch zu innerer Reinheit zu gelangen und damit näher zu Allah. Kaum jemand verstand sich so hervorragend auf die hohe Kunst, spirituelle Hingabe und die Annehmlichkeiten des Lebens zu verbinden, wie die letzten Generationen der in Andalusien lebenden Mauren. ...


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