© Klaus-Peter Kappest

Familienbande: Tipps für Familientrips

Ausgabe 169 – März/April 2013

Know How

Das schöne am Wandern ist, dass man es auch vor der eigenen Haustüre kann. Die Grashalme müssen nur lang genug, die Baumstämme schön knorrig sein und ein Bächlein zum Spielen ist auch nicht verkehrt. Freilich erfordert das Wandern mit Kindern Geduld. Kurz

Mit den Kleinen in den Bergen wandern

Ein Bächlein kann zum unvergesslichen Höhepunkt einer Tour werden. Kinder verwandeln jedes Rinnsal in eine Welt der Wasserwesen. Foto: Vaude / Kathrin Koch
Ein Bächlein kann zum un-vergesslichen Höhepunkt einer Tour werden

Die nötige Kraft und Kondition, um in den Bergen auch mal einige Stunden bergauf oder einige Kilometer am Stück zu wandern, haben Kinder in der Regel ab dem vierten Lebensjahr. Normalgewicht und Gesundheit vorausgesetzt. Es bleibt die Motivationsfrage.

Das Repertoire der Maulereien, erstaunlicherweise gerne schon kurz nach dem Start (wann sind wir da?) ist schier unerschöpflich. Da wird gerne mal Vati als Lastesel angefordert oder der Nachwuchs hockt sich bockig auf den Boden. Die Tricks für das spontane Lösen der Bewegungsblockade sind im Grunde recht einfach. Kinder wollen gefordert werden. So kriegt jeder reihum den Auftrag, über die nächste Pause zu wachen, die etwa alle 100 Höhenmeter oder 20 Gehminuten ansteht. Der mit Höhenmesser oder Uhr ausgestattete Pausenwächter nimmt seine Aufgabe in der Regel bierernst.

Familienwanderung über Gerstruben bei Oberstdorf. Foto: Andreas Dottai
Familienwanderung über Gerstruben bei Oberstdorf

Berge sammeln, die schönsten Kiesel, Tannenzapfen, Blätter, Muscheln und Glitzersteine suchen, den Standort auf der Karte bestimmen helfen, den nächsten Fixpunkt gemeinsam ausmachen und als Zwischenstopp anvisieren – die Kinderseele willigt allzu gerne ein. Kleinkinder kann man ab dem 7. oder 8. Monat in eine Kraxe setzen (Tipp: sobald Kinder selbstständig sitzen können). Wer so eine Trage benutzt, sollte die eine oder andere Geschichte auf Lager haben. Selbst erfundene Spontangeschichten erweisen sich hier als äußerst wirksam. Gerne auch mit direktem Bezug zum aktuellen Wanderumfeld.

Mit der Bergbahn ins Almenreich. Schon die Fahrt stimmt Kinderherzen heiter. Foto: Vaude/Leser
Mit der Bergbahn ins Almenreich

Spontanverweigerungen „Mir ist schlecht“, „Ich kann nicht mehr“ lassen sich mit der Aussicht auf ein nahe gelegenes Highlight (Wasserfall, See, Hütte etc.) sofort ins Gegenteil verwandeln. Es ist überhaupt erstaunlich, wie die Bewegungslaune bei Kindern „von Null auf Hundert“ umgestellt werden kann. Die Aufstiegsleistung von Kleinkindern in den Bergen liegt bei rund 150 bis 200 Metern in der Stunde. Planen Sie also genügend Zeit ein und vor allen Dingen, wählen Sie die Tour entsprechend aus. ...


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Ausgabe 169

März/April 2013