© Klaus-Peter Kappest

Wege ins Glück: Rothaarsteig und Co

Ausgabe 169 – März/April 2013

Deutschland

Siegerland-Wittgenstein liegt im südöstlichen Teil von Nordrhein-Westfalen, an der Grenze zu Rheinland-Pfalz und Hessen. Mit dem Auto oder Zug nicht viel mehr als eine Fahrstunde von den Ballungsräumen an Rhein, Ruhr und Main entfernt. Es ist der waldreic


Der Rothaarsteig ist mit einem weißen liegenden R auf rotem Grund, die Zuwege sind mit schwarzem R auf gelbem Grund markiert. Wegweiser informieren an allen Kreuzungen u.a. über Standort, Nah- und Fernziele mit Entfernungsangaben etc. www.rothaarsteig.de


Wasser-Reich

Wasser und Wald prägen das Gesicht von Siegerland-Wittgenstein. Foto: Natalie Glatter/Wandermagazin
Wasser und Wald prägen das Gesicht von Siegerland-Wittgenstein

Siegerland Wittgenstein zeigt sich offener im Süden, an der Grenze zum Westerwald und entlang der jungen Sieg. Im östlichen Teil ist es dichter bewaldet und dünner besiedelt. Dann der Riegel des Rothaargebirges mit seinen zahlreichen Quellen – Eder, Lahn, Ilse, Dill und Sieg entspringen hier. Die Quellen sind erfrischende Wanderziele und ergießen sich als Lebensadern in die umliegenden Wiesentäler. Einige werden zur Zeit renaturiert und verwandeln sich von gefassten Brunnen zurück in natürliche Quellbecken. Weiter im Osten liegt eine Buckelwelt mit Schieferdörfern, mit Bad Laasphe und Bad Berleburg als Kneipp-Kurorte. Auf Höhe der Ginsburg bei Lützel, wo die Rothaarbahn das Rothaargebirge überwindet und die Eisenstraße schneidet, liegen östlich des Kammes Erndtebrück und westlich Hilchenbach und Netphen. Südlich von Siegen liegen Burbach, Wilnsdorf und Neunkirchen.

Wanderkarte und GPS-Gerät braucht man bei der Qualität der Markierung eigentlich nicht. Spaß machts trotzdem! Foto: Natalie Glatter/Wandermagazin
Wanderkarte und GPS-Gerät braucht man bei der Qualität der Markierung eigentlich nicht. Spaß machts trotzdem!

Freudenberg mit seinem historischen Stadtkern, dem „Alten Flecken“, der als internationales Baudenkmal ausgewiesen ist, und Kreuztal am Fuße des Kindelsberges bilden die Eingangstore nach Westen. Die historischen Orte sind Ausgangspunkte für erlebnisreiche Wanderungen. Das große Wegenetz hilft bei den Erkundungen von Kultur und Natur. Apropos Natur: natürlich sind es der Waldreichtum der Region und die zahlreichen Quellen, die Wanderer begeistern. Doch auch die Wiesentäler sind besondere Kleinode. Hier lebt der Eisvogel. Bussard und Milan streichen majestätisch über sattes Grün, und weil es wundersam still und einsam ist, äst das Rotwild morgens und abends in den idyllischen Mäandertälern – eine Traumkulisse für Streifzüge in die Natur.

Stille Berühmtheit

Blick auf den „Alten Flecken“ – Freudenbergs historische Fachwerkaltstadt. Foto: Natalie Glatter/Wandermagazin
Blick auf den „Alten Flecken“ – Freudenbergs historische Fachwerkaltstadt

Vom Rothaargebirge leitet sich auch der Name des Wanderweges ab, der mittlerweile als Synonym für traumhafte Wander-erlebnisse gilt: 2001 wurde mit dem Rothaarsteig der Grundstein für eine neue Generation von Wanderwegen gelegt. Als erster Premiumweitwanderweg Deutschlands garantiert der 154 km lange Weg von Brilon im Sauerland über das Wittgensteiner Bergland und das Siegerland bis ins hessische Dillenburg am Fuße des Westerwaldes erstklassige Naturerlebnisse, hohe Erlebnisqualität, unverlaufbare Markierung und gute Infrastruktur. Mit vielen naturkundlichen, kulturellen und historischen Besonderheiten, die auf den Infotafeln entlang des Steigs erläutert werden, entführt er den Wanderer tief in die Region und macht ihn mit der Vielfältigkeit des Naturraums vertraut. Erlebnisstationen wie die 40 m lange Hängebrücke über einen Taleinschnitt in Kühhude sorgen für eine Prise Abenteuer. Gemütlicher geht es an den Rastplätzen zu – Waldliegen, Waldsofas, Ruhebänke, Vesperinseln und Waldschaukeln laden zu einer Pause ein und machen die Landschaft auf eine ganz besondere Art erlebbar. Begegnungen mit einem der sechs Ranger am Rothaarsteig sind nicht ausgeschlossen. Die allseits beliebten Männer mit den roten Rucksäcken und breitkrempigen Hüten geben gerne Auskunft und wissen auf fast alle Fragen zu Flora, Fauna und Geographie rund um den Rothaarsteig die richtige Antwort. Für eine Auskunft oder ein Gespräch am Weg ist immer Zeit. Dabei verstehen sich die Ranger nicht als „Waldpolizei“, sondern wollen Wanderern und Spaziergängern die Besonderheiten der Landschaft näherbringen. Damit schon die Kleinsten den richtigen Umgang mit Wald und Natur lernen, sind Rothaarsteigrangerführungen für Kindergärten und Schulklassen kostenlos. ...


Weitere Beiträge zum Regiopanorama Siegerland-Wittgenstein in diesem Heft:



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Ausgabe 169

März/April 2013