© Klaus-Peter Kappest

Wein-Lese-Landschaft Marbach-Bottwartal: Wandern trifft Kultur

Ausgabe 170 – Mai/Juni 2013

Deutschland

Wer Erholung und Genuss für Körper, Geist und Gaumen sucht, wird in der Wein-Lese-Landschaft Marbach-Bottwartal fündig: Der Landstrich zwischen Neckar, Bottwar und Murr steht für Literatur und Wein, wanderbare Landschaft und eine reiche Vergangenheit. 20

Geselliges Wandern im Weinberg auf dem „Wein-Lese-Weg“. Foto: Wolfgang Gaiser
Geselliges Wandern im Weinberg  auf dem „Wein-Lese-Weg“

Dichter und Denker, die Römer und sogar Urmenschen haben hier Spuren hinterlassen, wo seit über 1.000 Jahren edle Tropfen entstehen. Rad- und Wanderfreunde finden zwischen sanft hügeligen Weinbergen und Streuobstwiesen abwechslungsreiche Strecken mit Ausblicken auf majestätische Burgen und historische Weinbauörtchen. Im Sommer 2012 wurde der „Wein-Lese-Weg“ eröffnet (siehe Tipp). 15 Literaturtafeln säumen das 35 Kilometer lange Teilstück des Württemberger Weinwanderweges durch die Region. Darauf inspirieren Verse, Zitate und Briefauszüge von Autoren, die das Fleckchen Erde zu schätzen wussten: Eduard Mörike ist vertreten, der sein Gedicht „Dieweil ich noch leibhaftig nicht“ seiner Benninger Cousine und Jugendliebe Clara Neuffer widmete, oder Ludwig Uhland, der auf Burg Schaubeck mindestens einmal Wein bestellte. Ottilie Wildermuth, Thaddäus Troll, Matern Feuerbacher, die Seherin von Prevorst oder ein Briefwechsel zwischen Mathilde Vollmoeller-Purrmann und Rainer Maria Rilke machen Wanderer und Spaziergänger mit Begebenheiten und Charakteren der Vergangenheit bekannt. Ein erklärender Text gibt dem Leser die nötigen Hintergrundinformationen zu Gedicht und Autor und verrät so manche Anekdote.

Ausflug in die Literaturgeschichte

Burg Lichtenberg in Oberstenfeld. Foto: Corinna Jacobs
Burg Lichtenberg in Oberstenfeld

Rund 1.200 Autoren-Nach- und Vorlässe von 1750 bis in die Gegenwart und über 1.000 qm Ausstellungsfläche für literarische Schätze weist die Schillerstadt Marbach auf. Schillers Geburtshaus in der denkmalgeschützten Marbacher Altstadt dokumentiert am Originalschauplatz Friedrich Schillers Kindheit im 18. Jh. und die Geschichte der Schillerverehrung weltweit. Das Schiller-Nationalmuseum führt den Dichter und die Ideen seiner Zeit vor Augen. Es zeigt Exponate des 18. und 19. Jh. mit Schwerpunkt auf der schwäbischen Dichtung. Im Literaturmuseum der Moderne sind Kostbarkeiten des 20. Jh. und der Gegenwart zu sehen, darunter die Manuskripte von Kafkas „Proceß“ oder Hesses „Steppenwolf“. Jahresthema der Wechselausstellungen 2013 ist „Finden“, von März an geht es um „Zettelkästen. Maschinen der Phantasie“, ab Oktober um „1914. Literatur und Krieg“. ...


Infos zur Region: www.marbach-bottwartal.de, www.facebook.com/marbach.bottwartal


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