© Klaus-Peter Kappest

Andrack wandert mit: Andy Schimeck von Marmot

Ausgabe 184 – September/Oktober 2015

Manuel Andrack wandert nun schon seit geraumer Zeit nicht mehr allein wie ein einsamer Wolf, nein, Andrack und das Wandermagazin wandern mit Machern der Outdoor-Branche.

Andy Schimeck, 48, Abitur, Kaufmann im Einzelhandel, Verkaufsleiter DVS, MBA Internationales Management, verheiratet, 2 Kinder. Foto: Michael Sänger, Wandermagazin

Wir alle tragen Jacken, Hosen, Schuhe, Rucksäcke von Marken wie Hanwag, Maier Sports, Meindl, Deuter, Schöffel, Fjällräven, Tatonka, FiftyFive, Marmot, Vaude oder Mammut, aber kaum einer weiß, wer die Menschen hinter diesen Marken sind, wie sie ticken, und – ganz entscheidend – ob sie selbst überhaupt gerne wandern. Wir wollen es herausfinden. Dieses Mal ist Manuel Andrack mit Andy Schimeck, dem Chef von Marmot Mountain Europe aus dem kleinen Schwaig bei Nürnberg, unterwegs.

Und täglich grüsst das Murmeltier... Das Wörterbuch Englisch - Deutsch hilft weiter: Marmot = Murmeltier. Schon wieder ein bekanntes Outdoor-Unternehmen, das sich mit einem Tiernamen schmückt. Das Mammut von Mammut, der Polarfuchs von Fjäll Räven, die Wolfstatze von Jack Wolfskin, und dann noch die Schuhfirma Bär. Der Deutschland- und Europachef von Marmot ist Andy Schimeck. Aber Andy, das wird sich noch zeigen, ist eigentlich kein Murmeltier. Vielleicht eher eine Katze, die hat ja bekanntlich sieben Leben ...

Die Festung Rothenberg galt als uneinnehmbar. Foto: Michael Sänger, Wandermagazin

Wir treffen uns mit Andy Schimeck im fränkischen Kersbach, so hatten wir das per Mail verabredet. Andy hatte uns genau gebrieft: „Wir können uns im Ort treffen, der Brunnen ist rechts, das alte Gasthaus zur Linde (geschlossen) links.“ Da stehen wir nun, Michael Sänger und ich, pünktlich um kurz vor zehn, mitten in Kersbach bei Forchheim, links die Gaststätte zur Linde (natürlich geschlossen, also mit sieben Ruhetagen in der Woche), rechts der Dorfbrunnen. Es wird 10.00, es wird 10.15, Schimeck fehlt. Michael ruft ihn an. Die gute Nachricht ist: Andy Schimeck ist in Kersbach. Die schlechte Nachricht: Er ist in einem anderen Kersbach, im Landkreis Nürnberger Land, das ist 50 Kilometer entfernt. Gut, wir hatten uns schon gewundert, dass es in „unserem“ Kersbach so gar nicht nach Wandergebiet aussieht. Also fahren wir noch mal eine Dreiviertelstunde und kommen im „richtigen“ Kersbach an. Auch dort natürlich links ein geschlossener Gasthof „Zur Linde“, auch dort der Dorfbrunnen. Wir als Rheinländer konnten ja nicht ahnen, dass es in allen fränkischen Dörfern anscheinend gleich aussieht.

Rast am Glatzenfelsen. Foto: Michael Sänger, Wandermagazin

Wir gehen zügig los in Richtung Weißenbach, zunächst an einer Straße entlang. Nach einer Viertelstunde geht es linker Hand hinauf in einen dichten Mischwald, die Steigung wird spürbarer. Andy sagt zu seiner Karriere: „Eigentlich habe ich immer ‚Outdoor‘ gemacht.“ Neben der Schule begann er in einem Bergsportladen in Nürnberg zu jobben, später übernahm er die Geschäftsführung des Shops. Dann hat er der schwedischen Firma Haglöfs geholfen, auf dem mitteleuropäischen Markt Fuß zu fassen. Seit 2003 ist Andy das Murmeltier Nummer Eins für Europa. Ab Mitte der 90er residierte die Firma in Düsseldorf. 2002 wurde die Marmot Mountain Europe GmbH gegründet, die 2003 mit dem Eintritt von Andy als Geschäftsführer ins Fränkische umzog. „Das hat natürlich damit etwas zu tun, dass das meine Heimat ist“, sagt Andy schelmisch. Zehn Jahre lang, von 2004 bis 2014, murmelten die 25 Mitarbeiter der Marmots in Schnaittach, letztes Jahr zog die Firma nach Schwaig bei Nürnberg. ...



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