© Klaus-Peter Kappest

Konrads botanische Wanderung: Zum Deutschen Enzian an der Fränkischen Saale

Ausgabe 184 – September/Oktober 2015

Auf dieser Wanderung begegnen dem Wanderer neben dem Deutschen Enzian noch drei weitere Pflanzen, die hier vorgestellt werden und die sich in der Kulisse der Kalkberge über der Fränkischen Saale zu einem wundervollen botanischen Ensemble ergänzen.

Auch das Ziel der Wanderung, das Städtchen Hammelburg, ist interessant. Die Gründung des Ortes geht auf ein Kastell an der Saale zurück, dass 716 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Um 777 erfolgte die Schenkung des Ortes durch Karl den Großen an das Kloster Fulda. Dieses hatte hier später lange Zeit Besitzungen. Mauertürme der ehemaligen Stadtbefestigung weisen auf Begehrlichkeiten vorbeiziehender Truppen oder versprengter Soldaten hin, was nicht verwundert, da Hammelburg die älteste Weinstadt Frankens ist und Wein meistens auch einen gewissen Wohlstand zur Folge hatte. Die Pfarrkirche St. Johannes d. T. besitzt wertvolle Kunstschätze, das ehemalige Schloss entstand nach Plänen eines italienischen Meisters und der Marktbrunnen ist eine besonders schönes Werk der Frührenaissance. 

Zartes Blau

Foto: Dr. Konrad Lechner

Wenn der Sommer langsam zu Ende geht und die Schatten wieder länger werden, leuchten die Kalkberge über der Fränkischen Saale noch immer in vielen Farben. Das zarte Blau gepaart mit gelb steht den Kalk-Astern, als ob sie ein Designer entworfen hätte. Wie ein bunter Luftballon erscheint der Kelch der Judenkirsche, der die Frucht umschließt. Silberdisteln bedecken den Boden und über allem erhebt sich der Deutsche Enzian mit seinen oft dicht stehenden, violetten Blüten.

Die Kalk-Aster

Mit einem Tourentipp: Botanische Tageswanderung nach Hammelburg

Die Kalk-Aster wurde bereits von Linné beschrieben und hat heute noch den Namen Aster amellus L., wobei das L. auf Linné verweist. Die Pflanze wächst wie der Deutsche Enzian auf Trockenrasen und am Rand von Weinbergen etwa zur selben Zeit wie der Deutsche Enzian, aber stets auf kalkhaltigen Böden. Sie gehört zur Familie der Korbblütler mit vielen Blüten auf einem korbförmigen Blütenboden. In der Mitte befinden sich kleine gelbe, männliche Röhrenblüten und am Rand die weiblichen Blüten mit blauen zungenförmigen Blütenblättern. Durch diese ist der Blütenstand etwas sternförmig, was sich im Namen Aster von gr. astaer = Stern ausdrückt. Auch diese Pflanze ist rückläufig, in manchen Gebieten fehlt sie mittlerweile vollständig. Die in den Alpen nicht selten vorkommende, verwandte Alpen-Aster hat nur einen einzigen Blütenstand an einem Stängel. ...



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