© Klaus-Peter Kappest

Andrack wandert mit Werner Riethmann von LOWA

Ausgabe 185 – November/Dezember 2015

Sommer 2015 im Altmühltal, Foto: Wandermagazin, M. Sänger

Zwei Große des Wandergeschäfts über dem Altmühltal, Foto: Wandermagazin, M. Sänger

Manuel Andrack und Werner Riethmann, Chef der LOWA Sportschuhe GmbH aus Jetzendorf bei Pfaffenhofen, wandern gemeinsam im Altmühltal.

Manuel Andrack wandert nun schon seit geraumer Zeit nicht mehr allein wie ein einsamer Wolf, nein, Andrack und das Wandermagazin wandern mit Machern der Outdoor-Branche. Wir alle tragen Jacken, Hosen, Schuhe, Rucksäcke von Marken wie Hanwag, Maier Sports, Meindl, Deuter, Schöffel, Fjällräven, Tatonka, FiftyFive, Marmot, Vaude oder Mammut, aber kaum einer weiß, wer die Menschen hinter diesen Marken sind, wie sie ticken, und – ganz entscheidend – ob sie selbst überhaupt gerne wandern. Wir wollen es herausfinden. Dieses Mal ist Manuel Andrack mit Werner Riethmann, dem Chef der LOWA Sportschuhe GmbH aus Jetzendorf bei Pfaffenhofen, unterwegs.

Werner Riethmann,
Geschäftsführer der LOWA
Sportschuhe GmbH,
Foto: Wandermagazin, M. Sänger

In den letzten drei Jahren bin ich mit vielen interessanten Unternehmern gewandert, die jedem Wanderer das Leben erleichtern. Zum einen waren es junge Chefs, die in der Familientradition das Outdoor-Unternehmen leiten: Antje von Dewitz, Peter Schöffel, Lukas Meindl. Zum anderen waren es engagierte Geschäftsführer mit langjähriger Erfahrung in der Branche: Jürgen Siegwarth von Hanwag, Andy Schimeck von Marmot, Lothar Baisch von Maier Sports. Und dann gibt es da noch einen Fels in der Brandung, die Legende: Werner Riethmann, der LOWA-Mann. Aktuell gibt es keinen in der Branche, der schon so lange seiner Firma treu ist: seit 23 Jahren leitet der 66-jährige das Schuh-Unternehmen, und er ist noch kein bischen müde!

Ich treffe Werner in Isenbrunn, einem abgelegenen Flecken im Altmühltal. Einige Häuser, eine Spritzguss- und Stanzwerkzeuge-Firma, eine Kirche und ein Feuerlöschteich. Wir wollen den Altmühltal-Panoramaweg gehen, einen Wanderweg mit Meriten: 2012 wurde der bayerische Wanderweg zum schönsten Fernwanderweg Deutschlands gekürt. In Isenbrunn sehen wir die ersten Markierungen des 200 Kilometer langen Wegs, allerdings vermisse ich zunächst noch das Panorama. Und auch die Altmühl hat sich noch versteckt.

Nun gut, marschieren wir mal los. Für Werner ist der Altmühltal-Panoramaweg ein Wanderweg „um die Ecke“, eine Stunde Anfahrt hat er von Jetzendorf bei Pfaffenhofen aus gehabt, dem Firmensitz von LOWA. Aber an seinem Schweizer Dialekt kann man leicht erkennen, dass Werner kein gebürtiger Bayer ist. Noch immer ist sein Hauptwohnsitz auf der Schweizer Seite des Bodensees. Aber sein Arbeitsplatz befindet sich in Jetzendorf, das ist traditionell das Herz der Firma LOWA. 250 Mitarbeiter fertigen dort noch jährlich 500.000 Schuhe, 30 Mitarbeiter arbeiten in der Verwaltung und im Marketing. Weitere 1,7 Millionen LOWA-Schuhe werden in europäischen Ländern wie Slowakei und Bosnien produziert.

Werner ist also seit 92 Jahren bei LOWA, Verzeihung, er ist seit 1992 bei LOWA. Anfang der 1990er Jahre war LOWA noch nicht Marktführer. Vor 23 Jahren war der Schuhmarkt unter den deutschen Schuh-Big Playern aufgeteilt: Meindl (die waren damals Marktführer), LOWA und Hanwag. Wobei ja lustigerweise die letzteren auch noch aus dem gleichen Stall kommen, gegründet nämlich von den Brüdern HANs WAGner und LOrenz WAgner. Ob dann der Neffe dieser außergewöhnlichen Wagners vielleicht die Tiefkühlpizza erfunden? Ich frage Werner, was sich denn noch geändert hat seit 1992. Die entscheidende Entwicklung vollzog sich vom traditionellen, schweren Leder-Schuhwerk zu leichten Schuhen aus Kunststoff-Materialien. Außerdem seien die Wanderschuhe modischer geworden, aber die entscheidenden drei Merkmale seien: „Leicht, leicht, leicht.“ Ein weiterer Unterschied zu den 1990er Jahren: Es ging früher ziemlich familiär zu unter den Mitbewerbern, mit dem alten Meindl ist er noch einen trinken gegangen. Mit Lukas Meindl geht er zwar auch auf‘s Oktoberfest, aber man muss bei jedem Treffen inzwischen „höllisch aufpassen“, so Werner, sonst entsteht schnell ein Absprachen-Verdacht. Daher bleibt man lieber ein wenig mehr auf Distanz...




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