© Klaus-Peter Kappest

Herbstsonne: Bergherbst in den Kitzbüheler Alpen

Ausgabe 185 – November/Dezember 2015

Meine Lieben auf der Pallspitze, Foto: Wandermagazin, M. Sänger

Rast auf dem Weg zum Breitegghorn, Foto: Wandermagazin, M. Sänger

Aufstieg zum Torhelm, Foto: Wandermagazin, M. Sänger

Ende September oder im Oktober in die Alpen zum Wandern? Eigentlich kein Problem.

Was man dazu braucht, ist ein gemütliches Hotel als Standquartier, alternativ eine urige Berghütte. Wir fanden unser Domizil im „Langen Grund“ hinter Kelchsau in den Kitzbüheler Alpen.

Die Gipfel auf dem Tablett

Du wachst morgens auf, still ist es. Die Familie schläft noch. Nur meine Hündin öffnet erst das linke und dann das rechte Auge, steht gemächlich auf, streckt und reckt sich und wedelt mit ihrem buschigen Schwanz um die Wette. „Wollen wir?“ Was mich vor der Holztür erwartet ist ein Herbstmorgen, wie man ihn nur in den Bergen erleben kann. Von der aufgehenden Sonne purpurfarben von hinten angestrahlt heben sich die Zacken, Grate und Kämme von Schafsiedel und Fünfmandling vor mir wie mit der Tusche-feder gezeichnet vom Himmel ab. Von Minute zu Minute wechselt das Purpur zum Orange, zum Gelb und schließlich gleißt der Sonnenball über die Bergspitzen, sendet erste Sonnenstrahlen zu mir, wärmt nicht nur das Gesicht, sondern auch das Herz. Knapp über 1.500 m hoch liegt die kleine Berghütte. Der Blick reicht nach Südwesten zum Torhelm und der Pallspitze über der Tiefentalalm im Talschluss. Der Anblick ist so faszinierend, dass ich gar nicht merke, wie meine älteste Tochter neben mich getreten ist und mit einer dampfenden Tasse Tee in der Hand verzückt ruft: „Die Gipfel auf dem Tablett – gigantisch.“

Zirbenschnaps & Kaiserschmarren

Ich gestehe es freimütig, meine wanderverrückte Familie kann beim Anblick dieser Gebirgskulisse nicht ruhig sitzen. Bei Weißwürsten, Hefeweizen und Semmeln werden die ersten Pläne geschmiedet. Welchen Gipfel besteigen wir zuerst, welche Alm wollen wir besuchen, wann steht das Abendessen in einem der Gasthäuser des Tales an etc. Natürlich nutzen wir schon den ersten Tag für eine kurze „Einstiegsrunde“. Meine Frau verzieht bereits beim Titel unseres Vorhabens die Miene und meint: „Wie ich Euren Vater kenne, wird das schon gleich eine Herausforderung.“ Alle winken beschwichtigend ab. Hinter uns, das sind vielleicht 400 Höhenmeter. Ein Kinderspiel. Aus dem Kinderspiel wird am Ende eine mordsmäßige Hangquerung durch Latschenfelder und steiles Gelände inklusive Durchsteigung einer veritablen Schlucht. Weil den Mädels das weglose Wandern zu anstrengend wird, trennen wir uns. Treffpunkt unten im Tal und dann beim Fuchswirt in Kelchsau eine ordentliche Jause. Als wir dann Stunden später beim Fuchswirt sitzen, haben die drei Mädels (meine Frau und die beiden Töchter) eine kleine Nachtwanderung mit der einzigen Orientierung „hinunter“ hinter sich. Wie das so ist im Leben, ob dieser aufregenden Auftakttour wird kräftig gegessen und gebechert. Zum Finale serviert der Wirt Zirbenschnaps und Kaiserschmarren. Lecker...



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