© Klaus-Peter Kappest

Acht Tage Einsamkeit: Grönland – Arctic Circle Trail

Ausgabe 187 – März/April 2016

Die blaue Kirche mit den davor aufgestellten Walkiefern sind Sisimuts Wahrzeichen. © Thorsten Hoyer

Die blaue Kirche mit den davor aufgestellten Walkiefern sind Sisimuts Wahrzeichen. © Thorsten Hoyer

Die blaue Kirche mit den davor aufgestellten Walkiefern sind Sisimuts Wahrzeichen. © Thorsten Hoyer

Grenzenlose Weite einer typischen Fjelllandschaft am Start des 
Arctic Circle Trails, wie der Wanderer sie oft auf diesem Weg erlebt. © Thorsten Hoyer

Grenzenlose Weite einer typischen Fjelllandschaft am Start des Arctic Circle Trails, wie der Wanderer sie oft auf diesem Weg erlebt. © Thorsten Hoyer

Grenzenlose Weite einer typischen Fjelllandschaft am Start des Arctic Circle Trails, wie der Wanderer sie oft auf diesem Weg erlebt. © Thorsten Hoyer

Ein aufmerksamer Polarhase hält Wache.  © Thorsten Hoyer

Ein aufmerksamer Polarhase hält Wache. © Thorsten Hoyer

Ein aufmerksamer Polarhase hält Wache. © Thorsten Hoyer

Der Hafen von Sisimut.  © Thorsten Hoyer

Der Hafen von Sisimut. © Thorsten Hoyer

Der Hafen von Sisimut. © Thorsten Hoyer

Blick vom Sugar Loaf bei Kangerlussuaq zum Inlandeis. © Thorsten Hoyer

Blick vom Sugar Loaf bei Kangerlussuaq zum Inlandeis. © Thorsten Hoyer

Blick vom Sugar Loaf bei Kangerlussuaq zum Inlandeis. © Thorsten Hoyer

Wer sich einmal mit dem „Nordlandvirius“ infiziert hat, wird sich in seinen Trekkingträumen unweigerlich in Grönland wiederfinden.

Zumindest war das bei Thorsten Hoyer so. Ihn rief der nördlich des Polarkreises verlaufende Arctic Circle Trail – das sind rund 170 km von Kangerlussuaq nahe dem Inlandeis bis zur Hafenstadt Sisimiut. Thorsten hat seinen Traum wahr gemacht – und das Glück gefunden.

Tag 1

Ende August 2015: Um 09:00 Uhr startete der Airbus in Kopenhagen, um 10:00 Uhr stehe ich vor dem Flughafengebäude in Kangerlussuaq. Praktisch, wenn sich Flugzeit und Zeitverschiebung aufheben. Kangerlussuaq ist das Einfallstor nach Grönland: Von hier aus fliegen fast alle Passagiere weiter in die Orte entlang der tausende Kilometer langen und stark zerklüfteten Küste. Da es zwischen den Orten keine Straßen gibt und Schiffspassagen zeitraubend sind, dienen Flugzeuge und Helikopter als Taxi.

Für mich ist Kangerlussuaq Ziel und Start zugleich. Es dürfte weltweit einzigartig sein, dass ein Wanderweg unmittelbar an einen Flughafen angebunden ist. Ganz in der Nähe ist ein Supermarkt, wo man sich mit Proviant ausstatten kann – oder mit Gaskartuschen. Ich bräuchte welche mit Schraubgewinde. Leider ausverkauft... Egal. Die erste Etappe – 14 km zur Forschungsstation Kellyville – ist eine öde Schotterpiste und so ziehe ich das eine Taxi vor. Als ich aussteige, gibt mir ein deutlich erkennbarer Pfad die Richtung vor. Meinem „Juhuuu!“ folgen endlich die ersten Schritte. Heute will ich 17 km zum See Quarlissuit wandern, an den 22 kg schweren Rucksack muss ich mich noch gewöhnen. Die Orientierung ist dank einiger  Inuksuk (Steinmännchen) sowie markanter Wegemarken problemlos. Die geringen Höhenmeter lassen mich zügig vorankommen. Die hügelige Landschaft ist dicht mit Kriechweiden, Rauschbeerbüschen, Heide, Moos und Flechten bedeckt. Alles ist grün, von Herbst noch keine Spur. Zahlreiche Seen locken mit glasklarem Wasser, viele überraschen mit Sandstränden und am Quarlissuit gibt es perfekte Zeltplätze. Weil es lange hell ist, laufe ich aber noch 7 km zum nächsten See, dem Amitsorsuaq, und schlage hier mein Lager auf. Bald spüre ich deutlich den vom Inlandeis kommenden kalten Wind und mache es mir im Schlafsack bequem.

Tag 2

Der Tag beginnt mit Sonnenschein. Der Arctic Circle Trail führt am südlichen Seeufer entlang, 25 km fast ohne Höhenmeter. Plötzlich scheint der Trampelpfad an riesigen Granitfelsen zu enden. Ein Felssturz hat Brocken bis in den See fallen lassen. Mit Bedacht steige ich auf und ab. Ein Fehltritt könnte fatale Folgen haben, aber bald habe ich wieder den Trampelpfad unter den Sohlen. Der führt mich zu einem verlassenen Kanucenter. Das Kanugeschäft funktionierte wohl nicht, aber die Hütte ist erstaunlich gut gepflegt und die zurückgelassenen Kanus dürfen offiziell genutzt werden. Knapp 5 km weiter wartet ein einzigartig schöner Platz zum Zelten am Seeufer auf mich. Schlafenszeit. ...



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