© Klaus-Peter Kappest

Pecunia non olet - Geld stinkt nicht

Ausgabe 187 – März/April 2016

Hat Ihnen die heutige Wanderung gefallen? Das macht 4,95 Euro. Sammeln Sie Punkte?“

Die junge Dame kassiert mit einem bezaubernden Lächeln meinen Obulus für die Wanderung auf dem Dhünnsteig. Die Tour war wirklich toll gewesen, eine fantastische Landschaft, eine intelligente Wegführung, die Markierung war top, diese Wanderung war wirklich jeden Cent wert.

Bezahlschranken für Wandertouren hört sich ein wenig nach neoliberaler Science Fiction an. Normalerweise ist es doch so: Eine Gemeinde oder touristische Region entscheidet sich dafür, einen Prädikatsweg, im Bestfall sogar einen Haufen Prädikatswege anzulegen. Das kostet Geld: Markierung, Wegsicherung, Möblierung, Marketing, nachhaltige Pflege der Wege. Das alles ist für den Wanderkunden umsonst, die Wanderwege werden als Teil der Wirtschaftsförderung subventioniert. Die Kosten kommen im Zweifelsfall nur auf indirektem Weg wieder rein: Indem die Wanderer ihr Geld in der Region lassen: In Gaststätten, Hotels, an Tankstellen. In diesem Zusammenhang möchte ich einen dringenden Appell loslassen: Ich finde es im höchsten Grade bedenklich, bei einer Wanderung Rucksackverpflegung dabei zu haben, falls Einkehrmöglichkeiten vorhanden sind. Wenn man schon auf Tour ist und die Landschaft genießt, sollte man doch auch das konsumieren, was diese Landschaft hervorbringt: Den Käse, das Brot, das Fleisch, das Bier, den Wein. Regionaler Wandergenuss verbindet sich mit regionalem Gaumenschmaus, so sollte es sein. ...



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