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Alles so schön billig hier? Vor- und Nachteile von Billigprodukten

Ausgabe 189 – Juli/August 2016

© fotolia, Thomas Reimer

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Fünf Euro für ein Funktionsshirt, zehn für einen Wanderrucksack, zwölf neunundneunzig für einen Teleskopstock und neununddreißig für ein Familienzelt.

Geile Preise. Doch was taugen die Produkte wirklich? Auch bei Outdoorprodukten kann man preisbewusst einkaufen, aber billig sollte es besser nicht sein. 

Der englischer Sozialphilosoph John Ruskin schrieb Mitte des 19. Jh. eine Weisheit, die noch heute gilt: „Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte.“ Man kann zuviel für ein Produkt ausgeben und man kann zuwenig für ein Produkt ausgeben – und man kann dabei Glück haben. Aber man kann nicht erwarten, dass man Sachen billiger herstellt und dabei die Qualität erhöht. Das hieße nämlich, dass die anderen Produzenten blöd wären. 

Bei „billig“ fehlen Sicherheit und Service

Natürlich heißt das im Gegenzug nicht, dass man immer teuer kaufen muss. Es ist auch nicht so, dass man immer das Beste haben muss, was der Markt bietet. Man kann von Punkt A nach Punkt B mit einem Kleinwagen kommen und braucht keine Limousine dafür. Vielleicht ist der Komfort nicht ganz so hoch, vielleicht ist es im Auto etwas lauter, sicher ist der Protzfaktor niedriger, dafür ist man in der Regel aber umweltfreundlicher und benzinsparender unterwegs. Ähnlich ist es mit Outdoorprodukten: Man benötigt nicht immer die absolute Topfunktion, nicht immer alle erdenkbaren Features und die vermeintlich glamouröseste Marke schon gar nicht. In der Regel sind wir, durch die hohe Qualität der durchschnittlichen Outdoorausrüstung, für die allermeisten Aktivitäten überausgerüstet. Reichen dann die Discounter-Outdoorprodukt nicht aus? Die Antwort ist generell „Nein!“ Zum einen sind die Unterschiede zwischen Discounterprodukten und preiswerteren Markenprodukten zu groß, zum anderen fehlen bei den Discounterprodukten die Qualitätssicherheit und der Service. 

Discounterprodukte – ein Vabanquespiel

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Für den Verbraucher gleicht ein Discounterprodukt einem Vabanquespiel, denn entscheidend an Outdoorprodukten ist die Funktion – und die ist bei Discounterware nicht verlässlich. Möglich, dass bei einer Charge alles gut ist, aber die nächste kann ganz anders ausfallen, weil sie in einer anderen Fabrik produziert wurde, nochmals zwei Cent eingespart oder die Materialien komplett gewechselt wurden. Dann sieht das Produkt vielleicht zwar noch aus wie der „Vorgänger“, ist aber tatsächlich ganz weit von ihm entfernt. Markenprodukte dagegen weisen eine konstante Qualität auf, da sie einem strengeren Qualitätsmanagement (von Leuten, die von Outdoor etwas verstehen) unterliegen. Zudem bieten sie Servicesicherheit. Immerhin steht eine Marke mit ihrer Existenz dahinter. Discounter werden nicht wegen eines schlecht sitzenden Rucksacks, an dem die Nähte ausleiern, gemieden. Das wird eher billigend in Kauf genommen. ...



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