© Klaus-Peter Kappest

Andrack wandert Klartext: Walking on the Dream Loops

Ausgabe 190 – September/Oktober 2016

Know How

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die über jedes anglisierte Wort lästern.

Ich habe keine Lust Halloween einen Gespenstertag zu nennen, mein Handy ein mobiles Telefon oder Ketchup Würzsauce auf Tomatenbasis. Es gibt sinnvolle Anglizismen in der deutschen Sprache aber auch Wortgruppen, in die englische Wörter nicht gehören. Einer dieser Bereiche ist, da bin ich ganz altmodisch, das geliebte Wandern. 

Als ich das erste Mal von Speed Hiking hörte, rollten sich mir die Fußnägel auf. Nicht nur, dass bei dieser Wandervariante das gemütliche Genuss-Moment beim Wandern nicht bedacht wurde. Mich stört ganz einfach auch der Anglizismus. Auf einem Wegweiser des Mullerthal Trails las ich die Formulierung „Short Cut“. Nun befand ich mich zwar auf luxemburgischem Boden und der Luxemburger an sich muss natürlich Rücksicht auf ein internationales Publikum nehmen, das nach der Bargeldeinzahlung aufs Schwarzkonto schnell mal im Müllerthal wandert. Aber was soll das mit dem „Short Cut“? Ein Hinweis auf einen Turbo-Frisör? Gemeint ist einfach eine „Abkürzung“ und genau das hätte man auch auf das Schild schreiben sollen.

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Es gibt auch durchaus sinnvolle Anglizismen in der Wanderwelt. Wenn es beispielsweise ums „Trekking“ geht und wirklich im Hochgebirge gewandert wird, dann ist der englische Ausdruck sinnvoll. Wenn ich als – sagen wir mal – Franke sage, „ich hab‘ Dregging im Himalaya gemacht“, grenzt das diesen Wanderfreund natürlich klar von solchen Wandervögeln ab, die „nur“ eine kurze Tour in der Fränkischen Schweiz gemacht haben. ...



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