© Klaus-Peter Kappest

Handwerk für die Füße: Hinter den Kulissen von Lowa

Ausgabe 191 – November/Dezember 2016

Know How

Es ist wie früher im Handball.

Nicht die großen Standorte waren die erfolgreichen, sondern Ortschaften, die kaum einer auf der Landkarte fand: Gummersbach und Großwallstadt. So ein Ort ist Jetzendorf nördlich von München, die Heimat von Lowa, einem der renommiertesten Wanderschuhhersteller weltweit. Von hier kommen Schuhe für die Outdoor-Champions League. Unser Autor Ralf-Stefan Beppler hat hier hinter die Kulissen schauen dürfen.

Jetzendorf, Hauptstraße 19. „Hauptstraße – viele andere Straßen wird es hier wohl nicht geben“, denke ich und finde die Adresse sogar ohne Navi – die Schuhfabrik ist auch wirklich nicht zu übersehen. Vor 93 Jahren gründete Lorenz Wagner genau hier sein Unternehmen: LOWA, die Abkürzung von „Lorenz Wagner“. 93 Jahre später fahre ich auf den Besucherparkplatz. Zig Erweiterungen haben das erste Fabrikgebäude in Vergessenheit geraten lassen. Was mit der Produktion von zwiegenähten Haferlschuhen begann, hat Lowa zu einem Unternehmen wachsen lassen, das jährlich über 2 Mio. Paar Schuhe in alle Welt verkauft. Seit 1993 gehört Lowa zur italienischen Firmengruppe Tecnica. Kapital war wichtig, um beim rasanten Wachstum des Outdoormarktes mithalten zu können. Für die Menschen in Jetzendorf hat sich dadurch aber kaum etwas verändert. Jetzendorf ist weiterhin wichtigster Produktionsstandort, Sitz von Management, Forschung und Produktentwicklung. In Jetzendorf haben heute über 240 Menschen einen sicheren Arbeitsplatz. 

Auf Du und Du mit dem Dienstältesten

Einer von ihnen ist Alois Gaul, dienstältester Mitarbeiter bei Lowa und Leiter der Produktion. Dienstältester bei Lowa zu sein ist nicht ganz einfach. Günter Schwarzmeier hat 1975 seine Schuhmacherlehre bei Lowa begonnen und ist gerade in Rente gegangen. Für viele Mitarbeiter sind 25 Jahre Betriebszugehörigkeit normal. Alois Gaul ist schon seit 39 Jahren dabei. Er nimmt mich gleich in Empfang und mein „Herr Gaul“ würgt er gleich mal ab: „I bin der Alois“, klärt er auf. Fortan sind wir beim respektvollen bayerischen Du.

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Wer schon mal eine klassische Schusterfabrik besucht hat, kennt den typischen Geruch einer Produktionshalle: Schusterkleber. An Kleber geht kein Weg vorbei. Das Komische hier: Der Geruch ist kaum wahrnehmbar. Alois lacht: „Wir haben hier 2009 von der Firma Luft- und Thermotechnik Bayreuth (LTB) eine Absauganlage zur Abluftreinigung installiert mit der wir deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten bei Lösemittelemissionen liegen. Nicht ganz billig, aber ein klares Signal zur Erhaltung des Standortes Jetzendorf und für unser Umweltengagement.“ Er führt mich auf die Rückseite der Werkhalle und zeigt mir die mehrfache Filteranlage. ...



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