© Klaus-Peter Kappest

Im Reich Graf Draculas: Transsilvanien

Ausgabe 191 – November/Dezember 2016

Rumänien

Schloss Bran

Schloss Bran

Schloss Bran

Bran ist von einer herrlichen Wald- und Wiesenlandschaft umgeben

Bran ist von einer herrlichen Wald- und Wiesenlandschaft umgeben

Bran ist von einer herrlichen Wald- und Wiesenlandschaft umgeben

Die Steinformation Babele

Die Steinformation Babele

Die Steinformation Babele

Das Kloster Ialomita befindet sich im Eingang einer Höhle

Das Kloster Ialomita befindet sich im Eingang einer Höhle

Das Kloster Ialomita befindet sich im Eingang einer Höhle

Schloss Peles in Sinaia

Schloss Peles in Sinaia

Schloss Peles in Sinaia

Ich bin in Sinaia in den Südkarpaten im rumänischen Landesteil „Transsilvanien“, was soviel bedeutet wie „Jenseits des Waldes“.

Der Autor: Thorsten Hoyer

Nach zweistündiger Autofahrt vom Bukarester Flughafen stehe ich im Zentrum des etwa 10.000 Einwohner zählenden Städtchens, dessen Ortsbild sich aus einem Mix von Häusern traditioneller Bauweise, typisch sozialistischer Plattenarchitektur und ein paar modernen Gebäuden zusammensetzt. Der Startpunkt meines transsilvanischen Wander-Abenteuers liegt ganz in der Nähe: Schloss Peles. 

Transsilvanien … Denkt man da nicht sofort an unheimliche Geschichten, an Sagen und Legenden? Stellvertretend darf jetzt Obervampir Graf Dracula herhalten. Ihn will ich besuchen. Naja, zumindest „sein“ Schloss in der kleinen Ortschaft Bran. 

Bran liegt wie Sinaia am Fuße des Bucegi Gebirges, allerdings auf der gegenüberliegenden Seite. Ich starte die Überquerung des Gebirges knapp zwei Kilometer von Sinaia entfernt bei Schloss Peles. Das prächtige Gemäuer in landschaftlich traumhafter Lage wurde im Jahre 1883 dem rumänischen König Carol I. als Sommerresidenz übergeben. Nicht nur äußerlich ist das Schloss märchenhaft, auch das Innere versetzt einen in Träumerei. Es überrascht mich nicht, dass Schloss Peles zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Rumäniens zählt.

Nebel, Regen und ein 4-Sterne-Hotel

Steil recken sich die dichtbewaldeten Flanken des Bucegi Gebirges aus dem engen Prahova-Tal in die Höhe. Wie weit, das ist für mich heute allerdings nicht auszumachen, da die Gipfel in dicken grauen Wolken verschwinden. Sinaia liegt auf knapp 800 m, das weitläufige Bucegi-Plateau auf rund 2.000 m. Auch wenn hier im Tal noch sonniges Wetter vorherrscht, halte ich meine Regensachen griffbereit. Die vor mir liegenden Gipfel wirken wie eine Barriere, die die schweren Wolken förmlich festhalten. Nicht unbedingt ein Trost, denn genau dorthin führt mich meine Wanderung. Mit jedem bewältigten Höhenmeter wird es nebliger, dunkler und feuchter. Ich steige durch dichten Wald hinauf zum Hotel Cota 1400 (liegt auf 1.400 m Höhe) und erreiche nach weiteren 200 Höhenmetern die Baumgrenze. Noch eine gute Stunde, dann ist die Miorita Hütte sowie die Seilbahn-Bergstation erreicht und der lange Aufstieg beendet. Im Winter ist dieses Gebiet bei Skifahrern sehr beliebt, die mit der Seilbahn direkt von Sinaia hier hinauf gebracht werden.

Ich falle wohl einem rumänischen Bergführer auf, der mich anspricht und nach meinem Vorhaben fragt. Ich zeige ihm die Strecke auf meiner Karte: von hier zu den markanten Felsen Babele und Sphinx, dann zum Kloster Ialomita sowie zum Caraiman Kreuz und über die Omu-Spitze hinab nach Bran. „Für heute und morgen steht noch viel Regen an und im Bereich der Omu-Spitze liegt noch reichlich Schnee.“ So wie er das sagt, erscheint es mir eher als Warnung denn als Information. Kurz nach unserer Verabschiedung beginnt es zu regnen. Ein Wegweiser zeigt die Richtung zur Babele Hütte entlang eines weiß-gelb markierten Weges an, Gehzeit ca. 2,5 Std. Die Markierung ist hervorragend und hilfreich, denn inzwischen schüttet es wie aus Kübeln. Stoisch stapfe ich durch den teilweise völlig aufgeweichten Grasboden. Kräftige Windböen sorgen für zusätzliche Erfrischung. Unaufgeregt nehme ich die Hinweise war, die vor den hier lebenden Braunbären warnen. Ich bin mir völlig sicher, dass kein Bär bei diesem Wetter hier herum wandert. 

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Vor mir schälen sich die Felsformation Babele und die gleichnamige Hütte aus dem einheitlichen Grau. Die durch Erosion markant gestaltete Felsformation erinnert eher an Pilze denn an „alte Frauen“, so die Bedeutung des Wortes Babele. Da die Hütte heute geschlossen ist, mache ich mich bald an den Abstieg (ca. 3,2 km, fast 650 Höhenmeter) zum Hotel Pestera. Nass und schmutzig stehe ich an der Rezeption des 4-Sterne-Hotels. Ob nun Professionalität, Gewöhnung an auch mal nasse Wanderer oder Mitleid, der Empfang ist sehr zuvorkommend. Den Tag beschließe ich am knisternden Kaminfeuer mit einem Glas herausragendem Feteasca Neagra, einem rumänischem Rotwein. ...



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