© Klaus-Peter Kappest

Lutherweg 1521: Eine Spurensuche

Ausgabe 191 – November/Dezember 2016

Thüringer Wald, Hainichen

Auch einen Teil des Rennsteigs berührt der Lutherweg 1521. © Reiner Cornelius

Auch einen Teil des Rennsteigs berührt der Lutherweg 1521. © Reiner Cornelius

Auch einen Teil des Rennsteigs berührt der Lutherweg 1521. © Reiner Cornelius

Der Marktplatz von Alsfeld. © Reiner Cornelius

Der Marktplatz von Alsfeld. © Reiner Cornelius

Der Marktplatz von Alsfeld. © Reiner Cornelius

Auf der Wartburg übersetzte Martin Luther 
die Bibel ins Deutsche. © Reiner Cornelius

Auf der Wartburg übersetzte Martin Luther die Bibel ins Deutsche. © Reiner Cornelius

Auf der Wartburg übersetzte Martin Luther die Bibel ins Deutsche. © Reiner Cornelius

An der Wartburg. © Reiner Cornelius

An der Wartburg. © Reiner Cornelius

An der Wartburg. © Reiner Cornelius

Er hatte seine Schriften nicht widerrufen und nun war sein Leben in Gefahr.

Vom Pilgern hielt er nichts und er reiste weiß Gott nicht zu seinem Vergnügen. Als Martin Luther im April 1521 Worms verließ, war er mit einem kaiserlichen Bann belegt, der es jedem freistellte, den großen Zweifler und aufrührerischen Theologen zur Strecke zu bringen. Sein Weg gestaltete sich abenteuerlich und verlief anders als geplant. Um ihn vor Schlimmerem zu bewahren, ließ der sächsische Kurfürst Friedrich den Reformator in Schutzhaft nehmen. Die Reise zur Wartburg war von Luther in dieser Form nicht geplant und er tat sie auch nicht ganz freiwillig – und doch führte sie ihn zu einer neuen, großen Aufgabe, mit der er die Geschichte Europas für immer verändern würde.

Knapp 500 Jahre später laufen die Vorbereitungen für die Eröffnung des Lutherwegs 1521 auf Hochtouren. Pünktlich zum 500. Jubiläum der Reformation wird Luthers Reiseweg von Worms nach Eisenach im Mai 2017 als offizieller Pilger- und Themenwanderweg eröffnet werden. 

Bereits jetzt gibt es zwei Bücher zum Weg, beide aus der Feder des habilitierten Biologen Dr. Reiner Cornelius. Seit dieser pensioniert ist und keine Vorlesungen an der Uni mehr halten muss, reist er und schreibt über Natur und Geschichte von Landschaften, die ihn nicht loslassen. Gemeinsam mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz hat er eine siebenteilige Buchreihe zur wilden Natur der ehemaligen innerdeutschen Grenze herausgegeben und geschrieben. Als er reif war für ein neues Thema, kreuzten die Lutherwegpilger seinen Weg. Göttliche Fügung? „Ich komme nicht von der kirchlichen Seite“, stellt Cornelius klar. Seine Haltung zur Religion sei immer die des Wissenschaftlers, des Zweiflers gewesen. 

Ein Schwärmer ist er schon gar nicht und er hat keine Lust, irgendetwas schön zu reden – weder seine Arbeit noch den Weg selbst. „Das ist kein designter Bilderbuchweg, der dir den Ausstieg auf Zeit aus der realen Welt ermöglicht!“, sagt er. Natürlich habe der Weg seine Höhepunkte, zum Beispiel die herausragenden Lutherstätten wie Worms und die Wartburg. Auch viele Kleinstädte mit reichem Reformationsbezug wie Bad Hersfeld, Alsfeld, Lich und Friedberg und es gibt auch absolut idyllische Wegabschnitte. „Aber dann führt der Weg auch wieder mitten hinein ins reale Leben des 21. Jahrhunderts, ins Rhein-Main-Gebiet, nach Frankfurt, am Flughafen vorbei und durch Rüsselsheim – dort, wo die Wirtschaft brummt. Aber als Pilger pickt man sich eben nicht nur die Rosinen raus!“ Ganz offensichtlich steht Reiner Cornelius nicht der Sinn danach, hier einen touristischen Traum zu verkaufen. Seine Motivation, nun seit über zwei Jahren bis zu 60 Arbeitsstunden pro Woche dem Lutherweg 1521 zu widmen, ist ganz anderer Natur. 

Arbeit und Weg

Weiter geht’s im Heft, Ausgabe 191/2016

Der Lutherweg 1521 macht jede Menge Arbeit. Davon kann auch Bernd Rausch, Vorstandsmitglied des Vereins Lutherweg 1521, Ideengeber und Mitinitiator dieses neuen Wander- und Pilgerweges ein Lied singen. Auch er legt ehrenamtlich regelmäßig 60-Stundenwochen hin, was ein bisschen verrückt ist, wenn man bedenkt, wie die Geschichte dieses Weges eigentlich begonnen hat. ...



Weiter geht's in der Print-Ausgabe

Diese Artikel finden Sie vollständig in unserem Heft.

Alle zwei Monate neu mit vielen ausgearbeiteten Tourentipps, Kartematerial, Touristeninformationen und natürlich jede Menge wunderschöner Bilder und Eindrücke!