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Auf den Spuren von Pippi, Michel & Co.

Ausgabe 192 – Januar/Februar 2017

Im WanderArchiv

Kleine Stärkung zwischendurch auf dem Sevedeleden

Kleine Stärkung zwischendurch auf dem Sevedeleden

Kleine Stärkung zwischendurch auf dem Sevedeleden

Kirche in Pelarne – eine der seltenen in Schweden erhaltenen historischen Holzkirchen

Kirche in Pelarne – eine der seltenen in Schweden erhaltenen historischen Holzkirchen

Kirche in Pelarne – eine der seltenen in Schweden erhaltenen historischen Holzkirchen

Der See Stora Holmsjön

Der See Stora Holmsjön

Der See Stora Holmsjön

Ich sitze vor unserem kleinen Camper, den meine fünfjährige Tochter Svea gerne als „Schlafauto“ bezeichnet, und halte das Gesicht der untergehenden, aber noch immer wärmenden Sonne entgegen.

Barfuß rennt Svea über die Wiese auf mich zu und vergewissert sich: „Fahren wir morgen zu Astrid Lindgren?“ „Ja, morgen fahren wir nach Småland, nach Vimmerby.“ Die allmählich hinter dem Horizont versinkende Sonne taucht die umgebenden Getreidefelder in ein warmes goldfarbenes Licht. Hektik? Auf der Strecke geblieben!

Auf unserem Weg nach Vimmerby durchqueren wir das Glasreich. In dieser Region Smålands wird bereits seit dem Jahr 1742 Glas auf traditionelle Art, also mundgeblasen, hergestellt. Eine schweißtreibende Arbeit – erst recht bei dem zurzeit herrschenden Sommerwetter mit Temperaturen von annähernd 30° C. Das Hochdruckwetter soll Südschweden auch für die nächsten Tage fest im Griff haben.

Einige Kilometer vor Vimmerby zucke ich zusammen. Nicht wegen dem rotzopfigen Mädchen am Straßenrand, eher wegen Sveas unüberhörbaren „Da ist Pippi Langstrumpf!“. Von einer großen Holztafel grüßt ihre Heldin und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass wir unserem Ziel nun sehr nahe sind. Auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz landen wir im Weiler Ingebo Hagar und lassen uns durch ein „Ekocafé“-Schild in einen ungeahnt romantischen Garten leiten. Dort sitzen wir auf grünen Holzstühlen an ebensolchen Tischen und machen uns über frisch zubereitete Blaubeerdesserts her. Nicht nur wir sind begeistert über diese leckere Köstlichkeit und so haben wir ruck zuck jede Menge summende Gesellschaft: auch für Wespen eine erste Wahl. Verteidigt Svea zunächst jeden Bissen tapfer, hat sich das mit der schmerzhaften Attacke einer streitbaren Wespe erledigt. Glücklicherweise ist der fliegende blaubeerdessertliebende Konkurrent durch das Entdecken einer Koppel mit zahlreichen Pferden auch schnell wieder vergessen. Als sie auf einer nahen Koppel die zahlreichen Pferde erblickt, ist der fliegende blaubeerdessertliebende Konkurrent auch schon wieder vergessen. Da es hier Stellplätze für Camper gibt, ist auch die Übernachtungsfrage geklärt.

Der nächste Tag beginnt für Svea mit einem Highlight. Nach einem sonnig-gemütlichen Frühstück darf sie auf dem Pferd Pelle reiten. Währenddessen wandern meine Blicke zwischen Reitplatz und einer Karte hin und her, auf der der Wanderweg Sevedeleden eingezeichnet ist. „Sevede“ ist eine altschwedische Bezeichnung für die Region und bezieht sich auf die hiesigen Wälder und Gewässer. Das Wort „Leden“ bedeutet Weg. Unsere Wanderungen führen somit durch Wälder sowie an Flüssen und Seen entlang. Klingt gut! Dabei besuchen wir Orte, an denen Astrid Lindgrens kleine Helden große Abenteuer erlebten: Bullerbü und den Katthult-Hof. Klingt noch besser! Also runter vom Pferd und rauf auf den Weg.

Der Sevedeleden Wanderweg in Småland

Weiter geht’s im Heft, Ausgabe 192/2017

Der gesamte Sevedeleden führt auf rund 50 km Länge östlich der Astrid Lindgren-Stadt Vimmerby durch die typische Landschaft Smålands Richtung Norden. Das wäre für mich eine entspannte Zweitageswanderung, würde sich mit Svea wahrscheinlich zu einer zehntägigen Tour auswachsen. Eine kindgerechte Dosierung ist also unabdingbar, soll das Ganze nicht mit einem Sitzstreik der töchterlichen Begleitung enden. Da wir zunächst nach Bullerbü wandern wollen, fahren wir in das etwa 10 km von Vimmerby entfernte Dörfchen Pelarne. Gegenüber der Dorfkirche gibt es einen Parkplatz, von dem wir direkt in den Sevedeleden einsteigen können. Die Dorfkirche fällt zunächst durch den ungewöhnlichen separat stehenden Glockenturm auf. Aber die Kirche hat es sozusagen in sich: unter den Holzschindeln verbirgt sich Kiefernholz – schätzungsweise aus dem 12. Jahrhundert! Damit ist sie eine der wenigen in Schweden erhaltenen historischen Holzkirchen. Von diesen wiederum gilt sie als die am besten erhaltene – und um es auf die (Kirchturm)Spitze zu treiben, als die einzige, die noch regelmäßig genutzt wird. ...



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