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Ganz schön wild: Wildnis versus Gestaltungsdrang

Ausgabe 193 – März/April 2017

Know How

Eichenniederwald über Obermaubach, magere Humusschicht und daher schlechte Wachstumsbedingungen. © Michael Sänger

Eichenniederwald über Obermaubach, magere Humusschicht und daher schlechte Wachstumsbedingungen. © Michael Sänger

Eichenniederwald über Obermaubach, magere Humusschicht und daher schlechte Wachstumsbedingungen. © Michael Sänger

Ausgewilderte Exmoor-Ponys im Teutoburger Wald. © Michael Sänger

Ausgewilderte Exmoor-Ponys im Teutoburger Wald. © Michael Sänger

Ausgewilderte Exmoor-Ponys im Teutoburger Wald. © Michael Sänger

Die Buntsandsteinfelsen in der Rureifel beherbergen allerlei Mikrowildnisse. © Michael Sänger

Die Buntsandsteinfelsen in der Rureifel beherbergen allerlei Mikrowildnisse. © Michael Sänger

Die Buntsandsteinfelsen in der Rureifel beherbergen allerlei Mikrowildnisse. © Michael Sänger

Holzsteg auf dem barrierefreien „Wilden Weg“ im Nationalpark Eifel. © Michael Sänger

Holzsteg auf dem barrierefreien „Wilden Weg“ im Nationalpark Eifel. © Michael Sänger

Holzsteg auf dem barrierefreien „Wilden Weg“ im Nationalpark Eifel. © Michael Sänger

Wildnis wächst, wo Platz ist. Wenn‘s sein soll kreuz und quer. © pixabay.com

Wildnis wächst, wo Platz ist. Wenn‘s sein soll kreuz und quer. © pixabay.com

Wildnis wächst, wo Platz ist. Wenn‘s sein soll kreuz und quer. © pixabay.com

Wildnis - was ist das eigentlich?

Die Definition wird auch heute noch in Fachkreisen heiß diskutiert. Für Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher ist eigentlich alles klar: Wildnis ist Unordnung, das Chaos der sich selbst überlassenen Natur. 

„Unter Wildnis wird jener Raum verstanden, in dem wir jede Nutzung und Gestaltung bewusst unterlassen, in dem natürliche Prozesse ablaufen können, ohne dass der Mensch denkt und lenkt, in dem sich Ungeplantes und Unvorhergesehenes entwickeln kann.“ Mario Broggi, ehemaliger Leiter der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hat damit eine von räumlicher und zeitlicher Dimension unabhängige Definition verfasst, die der allgemeinen Vorstellung sehr nahekommt. Alte wie neue Wildnis ist also nichts anderes als das fast vollständige Fehlen menschlichen Eingriffs in bestimmten Landschaftsarealen. 

Am Anfang die Natur

Es sind artenreiche Naturlandschaften auf der einen Seite und die Kulturlandschaft auf der anderen – konkurrierende Modelle, für die Art und Weise wie wir unseren Planeten nutzen und bevölkern, die gleichermaßen an unserem Gewissen und unseren Lebensstandards zerren. Lebten wir zu Beginn unserer Präsenz auf der Erde (die ältesten Schädel des Homo sapiens aus Äthiopien sind zwischen 120.000 und 190.000 Jahre alt) noch im Einklang mit und vor allem von dem, was Natur uns bot, haben wir mit der Zeit gelernt, das Land zu kultivieren, zu zähmen und letztlich zu beherrschen. Seitdem hinterlassen wir unsere Fußspuren großflächig im geologischen und biologischen Geschichtsbuch der Erde. Der Mensch jagt, beweidet, kultiviert und beutet aus. Er denkt, lenkt und heizt das irdische Klima auf. Kulturlandschaften entstehen, neuerdings auch Kulturwüsten. Es entsteht künstlich geformte Landschaft, die die Spuren der anthropogenen Nutzung kaum verbergen kann und in der natürliche Prozesse frei vom Steuerknüppel des Menschen in den Hintergrund rücken. 

Kulturlandschaft Europa

Weiter geht’s im Heft, Ausgabe 193/2017

Mittlerweile gibt es in Europa außerhalb der Nordkalotte (das Gebiet um den Polarkreis und nördlich davon) fast keine Urwildnis mehr. Das nördliche Skandinavien und der Nordwesten Russlands sind von wilder Taiga und Tundra geprägt. Mit viel Wohlwollen zählt man noch einige wenige Areale in den Westkarpaten zu den Gebieten mit Kernwildnis. Selbst in den Alpen spricht man von maximal 4% echter Wildnis – in hochgelegenen Ebenen, die der Mensch nur schwer erreichen kann. ...



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