© Dominik Ketz

Auf der Grande Traversata delle Alpi von Forno bis Alagna

Ausgabe 194 – Mai/Juni 2017

Italien

Von der Alpe Valmontasca blickt man hinab nach Rima und hinauf zum Colle Mud

Von der Alpe Valmontasca blickt man hinab nach Rima und hinauf zum Colle Mud

Von der Alpe Valmontasca blickt man hinab nach Rima und hinauf zum Colle Mud

In traumhafter Lage am Gebirgsbach Strona liegt der Weiler Campello Monti

In traumhafter Lage am Gebirgsbach Strona liegt der Weiler Campello Monti

In traumhafter Lage am Gebirgsbach Strona liegt der Weiler Campello Monti

Dicht gedrängt stehen die Häuser von Carcoforo. Unter den typischen Steindächern leben nur rund 80 Einwohner.

Dicht gedrängt stehen die Häuser von Carcoforo. Unter den typischen Steindächern leben nur rund 80 Einwohner.

Dicht gedrängt stehen die Häuser von Carcoforo. Unter den typischen Steindächern leben nur rund 80 Einwohner.

Grau und schwer liegen die Wolken auf den Bergen rund um das schweizerische Brig. Nördlich des Städtchens befindet sich der Aletschgletscher, der größte Gletscher der Alpen. Ich aber will weiter in den Süden.

Vom hiesigen Grenzbahnhof ist es nur eine etwa halbstündige Fahrt ins italienische Domodossola. Hier muss ich nach Omegna umsteigen, dann noch eine rund halbstündige Fahrt hinauf in den Weiler Forno – dem Ausgangspunkt meiner Wanderung auf der Grande Traversata delli Alpi, kurz GTA. 

Omegna liegt wunderschön am nördlichen Ende des Lago d’Orta und zu Füßen bewaldeter Berge. Vom Bahnhof sind es nur ein paar Schritte zum See, dessen Uferpromenade direkt ins Zentrum des Städtchens führt. Sonnenstrahlen glitzern auf dem Wasser und sorgen für zeitlupenhafte Schattenspiele an den vertäuten Booten. Meine Information, dass am Abend noch ein Bus nach Forno fährt, erweist sich als Irrtum. So finde ich mich in Lucas Taxi wieder. Luca spricht etwas englisch. Er erzählt mir, dass er mich schon bei meiner Ankunft am Bahnhof gesehen habe und darauf gewettet hätte, dass ich zur GTA wolle. Die meisten Wanderer hier kämen aus Deutschland, auch viele Schweizer. Aber Italiener würden sich so etwas nicht antun – entweder mit dem Auto oder eben gar nicht. Unbestritten hat Luca dahingehend auch viel Erfahrung, so wie er seinen Fiat über die schmale holperige Straße hinauf nach Forno treibt. Hier stoppt er direkt vor der Albergo del Leone, wo mir kurz darauf frisches Brot, leckerster Käse und kräftiger Rotwein serviert wird.

Von Forno nach Rimella – der Weg in die Einsamkeit

Am nächsten Morgen geht es endlich los. Nach herzlicher Verabschiedung steige ich von Forno auf der „La vecchia Strada“, der alten Straße, entlang des Gebirgsbaches Strona durch Wald hinauf nach Campello Monti. Rund zwei Stunden später habe ich den im 14. Jh. von Walsern gegründeten Weiler erreicht. Nach kurzer Orientierung treffe ich auf die rot-weiß-rot markierte Grande Traversata delle Alpi. Auf dem historischen Saumpfad Richtung Rimella komme ich zügig voran, aufgehalten nur von den Blicken über das inzwischen baumlose Gelände zurück auf Campello Monti. Der Pfad führt mich ohne technischen Anspruch hinauf auf den Pass Bocchetta di Rimella (1.924 m), von dem sich eine fantastische Sicht auf die Monte Rosa-Gruppe eröffnet. Ich hole zwei Wanderer ein, die mit ihren riesigen, prall gefüllten Rucksäcken bedächtig den Berghang hinab steigen. Sie erzählen mir, dass sie von Zelt und Schlafsack bis Campingkocher und Tütennahrung komplett ausgerüstet seien. Meinem erstaunten Blick erwidern sie sogleich, dass sie nur sehr wenig praktische Informationen für die Wanderung bekommen hätten und dass in dieser Region doch kaum mehr Menschen leben würden.

Weiter geht’s im Heft, Ausgabe 194/2017

In der Tat ist die Abwanderung ein echtes Problem. Die Jungen verlassen die Dörfer bereits für Schule und Ausbildung, spätestens jedoch zur Arbeitssuche, z.B. nach Turin. Und weil sich dann niemand mehr um die Alten kümmern kann, müssen sie irgendwann zwangsläufig folgen. Da diese Entwicklung ein sehr altes Problem ist, schrumpfen die Einwohnerzahlen bis heute. In Rimella leben inzwischen nur noch etwa 150 Menschen – im Sommer. Im Winter ist es gerade noch die Hälfte. Und wie so oft gilt auch diesmal: des einen Leid, des anderen Freud. Wanderer entdecken in der sehr ursprünglichen Landschaft Tradition und unverfälschte Gastfreundschaft abseits touristischen Trubels. ...



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