© Klaus-Peter Kappest

Planen mit Mehrwert: Individuelle Wanderungen am PC erstellen

GPS

14.06.2016

Fertige Wandertouren gibt es zuhauf im Netz – aber die erfüllen längst nicht immer die individuellen Wünsche an die Wandertour. Mit ein bisschen Übung kann man aber durchaus seine ganz individuelle Wanderung in relativ kurzer Zeit am PC entwerfen – spontan auch noch unterwegs, im Urlaub, sogar im Ausland. Voraussetzung ist ein Internetzugang oder eine Kartensoftware auf dem PC.

Leider sind komfortable Wanderroutenplaner wie der „Wanderroutenplaner NRW“ regional begrenzt und fehlen im Vergleich zu Radroutenplanern bei den Vermessungsverwaltungen der anderen Bundesländer noch. Der KOMPASS-Verlag ermöglicht registrierten Benutzern auf www.KOMPASS.de einen Rad- und Wandertourenplaner, mit dem auf dem Hintergrund von KOMPASS-Karten online Strecken geplant und heruntergeladen werden können.

Tourenplanungsportale wie Outdooractive.com, wandermap.net oder gpsies.com bieten nicht nur fertige Tourenvorschläge, sondern auch die Möglichkeit, selbst Wanderungen zu entwerfen. Bei gpsies ruft man dazu den Modus „Strecken erstellen“ auf und zeichnet Mausklick für Mausklick seine eigene Wanderung. Gerade gpsies bietet dazu hervorragende, detaillierte Hintergrundkarten wie OpenStreetMap an, aber auch zuschaltbare Layer wie markierte Wanderwege („Waymarked Trails“). Diese stammen auch aus der OpenStreetMap-Datenbank und sind somit zwar weder vollständig noch immer korrekt, haben aber inzwischen in vielen Regionen ein sehr hohes Qualitätsmaß erreicht. Somit kann man die eigene Tour auf qualifizierten Wanderwegen anlegen, aber auch dann den direkten Weg vom Hotel, vom Parkplatz oder vom Bahnhof zur eigentlichen Wanderstrecke und zurück einzeichnen. Die Routing-Funktion („Wegen folgen“) zeichnet halbautomatisch ganze Streckenabschnitte zwischen zwei Mausklicks nach. Quartiere, Rastplätze, Sehenswürdigkeiten und Aussichtspunkte können als individuelle Wegpunkte hinzugefügt werden. Die digitale Mehrwert-Mischung wird dann als GPX-Datei auf das GPS-Gerät oder das Smartphone übertragen. Achtung – nicht alle GPS-Geräte und erst recht nicht alle Smartphone-Apps können derart kombinierte GPX-Dateien auslesen – das sollte man vorher zuhause überprüfen.

Neue Mahlzeit statt Fertiggericht

Wer seine Wanderung nicht komplett neu entwerfen möchte, kann auch bestehende Tourenvorschläge aus dem Internet am heimischen PC verändern. Denn nicht selten sind die kompletten Themenwege zu lang und wollen gekürzt werden, der Startpunkt liegt zuweilen an einer ganz anderen Stelle, oder man möchte schlicht und ergreifend in die andere Richtung wandern. Dazu eignet sich zum Beispiel die kostenlose Garmin-Software BaseCamp, die direkt von der Garmin-Internetseite www.garmin.de heruntergeladen werden kann. BaseCamp eignet sich auch sehr gut für weltweite Touren, denn neben den professionellen, aber teilweise nicht ganz billigen Garmin-Karten stehen kostenlose Karten aus dem Internet zur Verfügung. Mit BaseCamp kann man Tourenvorschläge in verschiedenen Formaten importieren und somit auf dem heimischen PC darstellen. Mit den Zeichenwerkzeugen von BaseCamp lassen sich diese Touren dann nach Belieben in einzelne Strecken aufteilen, überflüssige Teile löschen und neue Streckenführungen sowie auch Wegpunkte ergänzen. Die fertige Tour lässt sich nicht nur per Mausklick in Garmin-Geräte übertragen, sondern auch als GPX-Export in beliebige andere GPS Geräte oder Smartphones.

Wer es komfortabler haben will, greift zum „Tour Explorer“ von MagicMaps (www.magicmaps.de). Diese PC-Software ist zwar nicht gratis, bietet aber dafür die amtlichen topographischen Karten Deutschlands im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000 und inzwischen auch hochwertige Karten weiterer europäischer Länder. Die Zeichen- und Darstellungsfunktionen sind im Vergleich zu BaseCamp noch komfortabler (Zusammenfügen von Tracks, Ein- und Ausblenden von Tracks auf demselben Kartenausschnitt). Die noch komplexeren Software-Lösungen CompeGPS Land (www.twonav.com/de/software/land; 89,- Euro) und QuoVadis (www.quovadis-gps.de; 149,55 Euro) sind Fundgruben für ambitionierte Wanderplaner. Sie können zahlreiche Karten darstellen, u. a. auch online-Karten und eingescannte Rasterkarten, Elemente wie Tracks, Routen und Wegpunkte in allen möglichen Formen und Größen aufzeigen, Höhendaten hinzufügen und vieles mehr. 

Auch mit Google Earth (www.google.de) lassen sich Wanderungen planen. Die Strecken können als kml-Datei gespeichert und danach z. B. in BaseCamp eingelesen und auf GPS-Geräte übertragen werden. Die Satellitenbilder von Gogle Earth eignen sich aber nicht sehr gut, um wirklich geeignete Wege herauszulesen, geschweige denn den Verlauf markierter Wanderwege. Noch ein Tipp: wenn Tracks aus anderen Portalen keine Höhendaten enthalten, kann man sie über gpsies damit nachträglich ausstatten.

Thomas Froizheim (auch Fotos und Screenshots)

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