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Ausgabe 139 (März/April 2008)

Luxemburg: Volksglauben international

Von allen Himmelsrichtungen führt der Weg nach Bourscheid durch ausgedehnte Wälder. Und dann stößt man in der Kirche der kleinen Gemeinde auf einen Heiligen, der mit einem seltenen Attribut, nämlich einem Spaten, ausgerüstet ist.

Der Schutzpatron der Gärtner und Lohnkutscher

Heiligenfigur des St. Ficarus in der Kirche von Bourscheid

Heiligenfigur des St. Ficarus in
der Kirche von Bourscheid

Die Rodungsinsel auf der Höhe von Bourscheid mag St. Fiacre nicht umgegraben haben, aber der Legende nach soll der irische Mönch im 7. Jh. Nahe Meaux in Nordfrankreich einen Wald in einen Blumengarten verwandelt haben. Deshalb wird er in dieser Region sowie in der Wallonie besonders verehrt. Hat St. Fiacrus geholfen, an verschiedenen Orten des Öslings durch die grenzüberschreitende Aktion „Le voyage des plantes“ originelle Gärten entstehen zu lassen? (Siehe S.44!) Dem Heiligen mit dem „grünen Daumen“ verdanken auch die Lohnkutscher ihren Namen.

Man denke nur an die Wiener „Fiaker“. 1662 hatte der Pariser Kaufmann und Pferdehändler Nicolas Souvage eine zukunftsweisende Geschäftsidee, indem er erstmals Pferdewagen mit Lohnkutschern anbot. Diese hatten ihren ersten Standplatz in der Rue de Fiacre. Die Idee wurde um 1690 in Wien aufgegriffen und rund 30 Jahre später tauchte der Begriff „Fiaker“ auf. So findet sich europäische Verkehrsgeschichte in einer Ardenner Dorfkirche wieder!

Heimliches Pilgern zum Hochzeits-Orakel

Auf einem felsigen Bergrücken in Clervaux befindet sich die Pfarrkirche, die 1910 bis 1912 im rheinisch-romantischen Stil gebaut

Auf einem felsigen Bergrücken in
Clervaux befindet sich die
Pfarrkirche, die 1910 bis 1912 im
rheinisch-romantischen Stil
gebaut

Braut oder Bräutigam gesucht? Bei solchen Nöten kann vielleicht das Pilgern zur Helzinger Klause mit der Thomasquelle helfen. Unbemerkt mache man sich auf den Weg und umrunde dreimal die gotische Kapelle am Waldrand. Zweimal sollte man mit seinem Kopf an den dicken Tannenbaum schlagen und dann barfuß in die Quelle nahe der Kapellenpforte springen. In der Stille hört man dann hoffentlich im Plätschern des Wassers den Namen des oder der Zukünftigen. Wer diese Dinge bereits zu seiner Zufriedenheit geregelt hat, kann sich der spätgotischen Schnitzkunst zuwenden. Der Schnitzaltar in der Kapelle, die dem hl. Thomas geweiht ist, zeigt die Freuden und Leiden Marias. In der „Helzer Klaus“ selbst sieht man jedoch nur eine Kopie des Altars aus der Ferne und durch ein Gitter geschützt. Das Original steht in der barocken Pfarrkirche von Helzingen (Hachiville) zwar auch hinter einem Gitter, doch der Abstand ist weit geringer, so dass man das Meisterwerk dort gründlich betrachten kann…

Mit einem Tourentipp: Im Oberen Sauertal

Die Reportagen zum Schwerpunktthema Luxemburgische Ardennen in diesem Heft:

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