Ausgabe 128 (April/Mai 2006)
Samnaun - dem Himmel so nah
Etwa 900 Meter über dem Inn erstreckt sich ein Hochtal ohne Durchgangsverkehr. Hinter den Ortschaften Compatsch, Laret, Plan, Ravaisch und Samnaun endet der besiedelte Bereich und die Welt des Hochgebirges beginnt. Vor 1.000 Jahren kamen die ersten Siedler, wahrscheinlich wegen der ausgedehnten Bergwiesen, über hohe Pässe aus dem Unterengadin. Erst im 20. Jahrhundert entdeckten die Touristen diese herrliche Landschaft, in deren Weite sich auch heute noch alle menschliche Aktivität verliert. Aus dem besiedelten Tal erstrecken sich Seitentäler in das Gebirge: von sanft ansteigend bis steil und schluchtartig. Mit jedem Schritt dringt man weiter in die unberührte Bergnatur vor. Bald ist der lichte Bergwald mit Lärchen und Zirben durchwandert und man erreicht die schier unermesslich weite Mattenregion. Über 900 Pflanzenarten haben in den Bergen um Samnaun ihr Refugium. Neben zahlreichen Orchideen, verschiedenen Anemonen und Enzianarten ist das Edelweiß noch so häufig, dass es von den Bauern auf den bewirtschafteten Wiesen gemäht werden darf. Auch die Tiere des Hochgebirges, der Steinadler, das Murmeltier, die Gemsen und der Steinbock, haben hier noch ein Zuhause.
Jedem sein Samnaun!
Am Gipfel des Piz Motnair
(2.732 m)
Dem Bergwanderer sind hier keine Grenzen gesetzt. Gute und gesicherte Wege und Steige mit vorbildlicher Markierung führen bis in die Felsregion, wo der Wind stärker wird, die Sonne intensiver und die Temperaturunterschiede zwischen Licht und Schatten größer. Eine Region, wo sich Schneereste bis in den Sommer halten und der Mensch nur kurzzeitig Gast sein kann. Wo er fast unwillkürlich zu den Gipfeln emporblickt, diese vielleicht auch erklimmt, in die Ferne sieht und das Ziehen der Wolken aus nächster Nähe beobachten kann.
Für den sportlich ambitionierten Wanderer bietet sich ein unerschöpfliches Terrain. Ob Walking oder Nordic Walking, bergauf und bergab, flacher oder steiler – das Hochtal lässt keine Wünsche offen. Der Mountainbiker findet zahlreiche bis ins Detail ausgearbeitete Routen mit Streckenbeschreibung und Geländeschnitt in allen Schwierigkeitsgraden. Dabei bietet die hohe Lage des Übungsgeländes über dem Meeresspiegel zusätzlich einen besonders intensiven Trainingseffekt, der sich dann bei der Rückkehr in tiefere Lagen positiv bemerkbar macht.
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